Todesurteil Lebenslang?

Todesurteil Lebenslang?

Der aktuelle Polit-Aufreger im Reality-Check: So leben ,Lebenslange‘ hinter Gittern wirklich Statistik: In Österreich gibt es 153 Lebenslängliche, aber nur 10 Prozent müssen wirklich bis zum Tod sitzen.

"Die Hoffnung ist das Letzte, das man im Gefängnis aufgibt", sagt Karl S. Die Hoffnung, die der 72-Jährige meint, ist, noch einmal in seinem Leben frei zu sein, die Gitter hinter sich zu lassen.

Heirat – und Lebenslang. Vor 25 Jahren wurde der Wiener wegen Doppelraubmordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, die er seither in der Justizvollzugsanstalt Stein verbüßt. In einer etwa zwölf Quadratmeter großen Zelle mit einem Fernseher, einem kleinen Bett und vielen Bildern an der Wand. „So lange schon versuche ich, eine vorzeitige Entlassung zu erwirken“, erklärt Karl S. Zwölfmal wurde sie ihm nicht gewährt.

Trotzdem: Am 21. August wird Karl S. heiraten, seine um 15 Jahre jüngere ehemalige Lebensgefährtin. „Ich hab immer zu ihr gesagt, dass wir warten sollen. Und jetzt hat sie gemeint, dass sie nicht mehr warten will“, erzählt Karl S. Auch nach der Hochzeit wird er seine Partnerin nur zu den Besuchszeiten sehen dürfen – also eine Stunde pro Woche.
„Aber vielleicht werde ich ja im kommenden Jahr doch entlassen. Zumindest bleibt mir diese Hoffnung“, sagt er.

153 Lebenslange. Es ist genau diese Ungewissheit von derzeit 153 in Österreich zu lebenslanger Haft verurteilten Strafgefangenen – darunter vier Frauen –, die die Grünen zur Kritik am derzeitigen System veranlasst. Überlegungen, die in der vergangenen Woche einen lauten Aufschrei durch die heimische Innenpolitik gehen ließen.

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