Zufall oder Komplott von

Todesserie im Bankwesen

Wird Insiderwissen zur tödlichen Gefahr? 9 Banker in wenigen Wochen gestorben

Verzweifelt im Büro © Bild: Thinkstock/iStock

Eine Welle von Todesfällen im Finanzsektor nährt Spekulationen über mögliche Ursachen. Nachdem sich dieses Jahr bereits acht Banker und Manager umgebracht haben oder anders ums Leben kamen, hat der "Body Count" mit Bitcoin-CEO Autumn Radtke nun den Wert Neun erreicht. Wenn man den seit Januar vermissten Finanzjournalisten David Bird vom Wall Street Journal dazuzählt, sind es sogar zehn. Experten glauben, dass die Todesfälle in Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Banken stehen könnten.

Radtke war Chefin der Bitcoin-Börse First Meta in Singapur. Die genauen Umstände ihres Ablebens sind unklar. Genauso wie bei James Stuart, früherer Geschäftsführer bei der amerikanischen National Bank of Commerce, leblos aufgefunden am 19. Februar. JP-Morgan-Banker Li Junjie fiel kurz zuvor vom Hochhaus der Bank in Hongkong.

Todesursache oft unklar

Der 37-jährige Ryan Crane, auch angestellt bei JP Morgan, starb zu Hause in den USA am 3. Februar, Ursache unbekannt. Sein Kollege Gabriel Magee sprang Ende Januar vom JP-Morgan-Wolkenkratzer in London. Auch Tim Dickenson vom Lebensversicherer Swiss Re starb aus unbekannten Gründen kurz zuvor. William Broeksmit, Ex-Manager der Deutschen Bank, fand man erhängt. Mike Dueker von Russel Investments stürzte tödlich von einem 15 Meter hohen Damm.

Wussten Banker zu viel?

Auch Richard Talley von American Title Services soll sich umgebracht haben, indem er sich selbst mit einer Nagelpistole acht Mal beschoss. Ex-Broker, Investor, Moderator und Finanzjournalist Max Keiser, der unter anderem für die BBC gearbeitet hat, glaubt, dass die Fälle in Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Großbanken wegen der Manipulation von Wechselkursen stehen: Die Manager hätten zu Whistleblowern werden können und mussten deswegen sterben, so seine Theorie. Wenn man 2013 hinzunehme, seien es bereits 20 tote Banker.

Theorien zu Todesserie

Auch Bestseller-Autor und Fox-News-Kolumnist Wayne Allyn Root hat sich eingehend mit der Todesserie beschäftigt. Er hält es für möglich, dass die Banker zu viel wussten - auch über Korruption in der Regierung. "Sich selbst mit einer Nagelmaschine acht Mal von Kopf bis Zehe zu schießen - niemand will so langsam und qualvoll sterben. Das klingt eher wie Folter. Und Folter führt zu Mord." Seine zweite Theorie ist, dass die ökonomische Situation um ein Vielfaches schlimmer ist, als Regierung und Medien berichten. "Wir laufen in einen ökonomischen Kollaps epischen Ausmaßes", schreibt er in einer Abhandlung zu den mysteriösen Todesfällen. Dieses Wissen könnte die Banker auch dazu gebracht haben, selbst "vom Dach ihres Wolkenkratzers zu spazieren".

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