Todesschuss war wohl doch kein Versehen:
Polizist zielte mit ausgestreckten Armen

Gegen den Polizisten wird wegen Totschlags ermittelt Platini will gewalttätige Fans für zwei Jahre einsperren

Todesschuss war wohl doch kein Versehen:
Polizist zielte mit ausgestreckten Armen

Der 32-jährige italienische Polizist, der auf einer Autobahn-Raststätte in der Nähe der toskanischen Stadt Arezzo einen Lazio-Fan erschossen hat, gerät immer mehr unter Druck. Nach Angaben des italienischen Innenministers, Giuliano Amato, hat sich der tödliche Schuss auf den Fußball-Anhänger entgegen ersten Polizeiberichten doch nicht versehentlich aus der Waffe des Beamten gelöst. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass der Verkehrspolizist von der anderen Seite der Autobahn mit ausgestreckten Armen geschossen habe, berichtete Amato vor dem Parlament.

Aus Ermittlerkreisen ging hervor, dass der Polizist, Luigi Spaccarotella, einen Warnschuss in die Luft gefeuert hatte, nachdem er beobachtet hatte, wie ein Auto mit Lazio-Fans auf eine Gruppe von Juve-Ultras losgegangen war. Der Polizist hatte erzählt, dass sich ein zweiter Pistolenschuss versehentlich gelöst hatte. Zeugen berichteten jedoch, dass der Polizist mit gestrecktem Arm auf das Auto mit dem Lazio Fan Gabriele Sandri geschossen hatte, vermutlich um die Reifen zu treffen. Dabei war der römische Tifoso tödlich getroffen worden. Gegen den Polizisten werde wegen möglichen Totschlags ermittelt.

Nach dem Tod Sandris und den daraus resultierenden Krawallen im ganzen Weltmeister-Land forderte der Ex-Internationale und jetzige Teammanager Gigi Riva einen kompletten Stopp der italienischen Meisterschaft. "In Italien ist es zu Situationen wie in einem Bürgerkrieg gekommen. Wir müssen die Meisterschaft abbrechen, bis man das Problem der Gewalt gelöst hat", meinte Riva.

Platini will härtere Strafen
UEFA-Präsident Michel Platini plädiert für drakonische Strafen gegen gewalttätige Fans: "Sie sollten ins Gefängnis - und zwar nicht nur für zwei Monate, sondern für zwei Jahre. Und sie sollten niemals wieder ein Stadion betreten dürfen". Gegen die Gewalt-Exzesse von Fußball-Hooligans hatte der Franzose eine kuriose Idee. "Jeder Zuschauer sollte ein Kind mit ins Stadion bringen. Das wäre das beste Gegenmittel für Gewalt", so Platini nach Angaben italienischer Medien vom Dienstag.

(apa/red)

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