Tod nach Spitalsbesuch: Mann wurde in anderes Krankenhaus geschickt und starb

51-Jähriger kam mit Brustschmerzen in Unfallklinik Wien: Patientenanwaltschaft leitet Untersuchung ein

Nach dem Tod eines Mannes, der im Wiener Lorenz Böhler-Unfallkrankenhaus an ein anderes Spital verwiesen wurde und auf dem Weg dorthin starb, hat die Wiener Patientenanwaltschaft nun eine Untersuchung eingeleitet. "Wir prüfen, wie in den AUVA-Spitälern mit internen Beschwerdebildern (wie etwa Schmerzen im Brustraum, Anm.) umgegangen wird", sagte der stellvertretende Patientenanwalt Siegfried Weilharter im Gespräch mit der APA. Neben dem Lorenz Böhler-Spital wird auch das Unfallkrankenhaus Meidling von der AUVA betrieben.

Der Anlass für die Prüfung: Ein 51-jähriger Mann hatte mit Schmerzen in der Brust das Lorenz Böhler-Krankenhaus in der Brigittenau aufgesucht. In der Unfallklinik wurde er von einem Arzt untersucht - und an ein Spital mit interner Ambulanz verwiesen. Der Mann machte sich gemeinsam mit Familienmitgliedern auf dem Weg zum Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien-Leopoldstadt. Wenige Meter davor brach er zusammen und erlag einem Herzinfarkt.

"Wir haben über die AUVA von dem Fall erfahren", berichtete Weilharter. Jetzt werde geprüft, wie in der Unfallklinik mit Fällen, wo keine Verletzung vorliege, umgegangen werde. Prinzipiell gebe es dafür klare Regeln: "Wenn ein Patient in ein Spital kommt, muss sich der Arzt von den Beschwerden ein Bild machen." Der Mediziner müsse auch entscheiden, ob es dem Patienten zumutbar ist, selbst in ein anderes Spital zu fahren oder ob eine Rettung notwendig ist.

Sei die Situation erkennbar bedrohlich, müsse ein Patient auch in einem Unfallspital erstbehandelt werden, betonte Weilharter. Laut derzeitigem Erkenntnisstand sei das Beschwerdebild aber nicht eindeutig gewesen. Auch der stellvertretende Leiter des Spitals, Andreas Greslehner, hat im Gespräch mit der APA betont, dass der Mann keinen akut schwer kranken Eindruck gemacht hätte. Im Lorenz-Böhler-Krankenhaus wurde dem 51-Jährigen jedenfalls geraten, ein Taxi zu nehmen. Die Familie fuhr schließlich mit dem eigenen Auto. (apa/red)