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Tod bei Rekordversuch: Debatte um
Höchstalter für Everest-Besteiger

Nepal diskutiert, was in China längst umgesetzt ist

Der 85-Jährige Nepalese Min Bahadur Sherchan wollte in diesem Jahr den Rekord des ältesten Menschen auf dem Gipfel des 8.848 Meter hohen Berges zurückerobern, den er 2013 an den damals 80-jährigen Japaner Yuichiro Miura verloren hatte. Doch noch vor dem eigentlichen Aufstieg erlitt Sherchan im Basislager einen tödlichen Herzinfarkt. Nun diskutiert Nepal über ein Höchstalter für die Besteigung.

Der Himalaya-Staat wäre dann neben China das zweite Land mit einer solchen Regelung. Am Dienstag forderte Ang Tshering Sherpa, Vorsitzender des nepalesischen Bergsteigerverbands NMA, ein entsprechendes Gesetz. Auslöser der Diskussion war der Tod des 85-Jährigen im Basislager des höchsten Bergs der Welt am vergangenen Samstag.

Bereits seit 2010 gibt es in Nepal ein Mindestalter von 16 Jahren für die Besteigung des Everest. "Schon nachdem Sherchan im Jahr 2008 mit 76 Jahren seinen ersten Rekord erzielte, haben wir ein oberes Limit vorgeschlagen", sagte NMA-Chef Sherpa. "Ohne ein solches Limit wird es immer weiter den ungesunden Wettbewerb geben, dass immer ältere Kletterer sich gegenseitig übertreffen wollen." Damals sei die Initiative jedoch am Widerstand vieler älterer Bergsteiger gescheitert. Nach dem jüngsten Todesfall erklärte das Amt für Tourismus nun jedoch, über eine Obergrenze zu beraten.

Eine deutlich weniger frequentierte Route auf den Berg verläuft durch China. Dort beträgt das Mindestalter 18 und das Höchstalter 60 Jahre.

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