Tivoli weiter keine gute Weide für Bullen: Salzburg wartet seit 8 Jahren auf Sieg in Tirol

Letzter Erfolg datiert vom 27. November 1998 Admira trotz Sieg so gut wie sicher abgestiegen

15 Heimsiege, zehn Auswärts-Niederlagen. Sollte es im Kampf um den Titel in der österreichischen Fußball-Bundesliga für die Salzburger nicht reichen, dann genügt ein Blick auf diese Bilanz. Ihre zehnte Auswärtsschlappe kassierten die Roten Bullen in Innsbruck, als sie Wacker Tirol trotz einer 2:1-Führung mit 2:3 unterlagen. Damit blieben sie weiter hinter dem Tabellenführer. Nur noch zwei Runden sind zu spielen.

"Wenn die Austria morgen gewinnt, ist sie schon Meister", gab sich Kurt Jara nach dem Schlusspfiff vor 10.000 Zuschauern im Tivoli neu realistisch. Nicht neu war hingegen die Situation seiner Elf rund um das Auswärtsduell mit seinem einstigen Klub, mit dem er sowohl als Spieler als auch als Trainer mehrere Titel geholt hatte. Denn im Herbst unterlagen die Salzburger nach einem 3:0 daheim gegen Sturm mit 0:3 in Tirol und nun folgte dem 3:2 gegen die Grazer ein 2:3 in Innsbruck. "Das wird uns nicht mehr passieren", hatte es noch vor einer Woche im Bullen-Lager geheißen

Aufhauser löst Janko ab
Zwar sprang für den zuletzt so treffsicheren Marco Janko Rene Aufhauser in die Bresche, doch dessen zwei Kopftore reichten diesmal nicht zum Sieg. Nicht zuletzt, weil sich Alexander Manninger beim Ausgleich zum 2:2 den von Hölzl in den Strafraum getretenen Ball selbst ins Tor boxte. Auch beim siegbringenden Kopfball von Ferdinand Feldhofer sah der Salzburg-Keeper nicht gerade glücklich aus.

Wacker-Verteidiger Feldhofer könnte damit erneut eine Meisterschaft vorentschieden haben. Dem Teamspieler war vor einem Jahr in der 93. Minute das Goldtor für Rapid zum 1:0 bei Admira geglückt, das die Hütteldorfer dem 31. Titelgewinn einen Riesenschritt näher brachte. Diesmal beendete sein Treffer die sieglose Zeit der Tiroler, die vorher sechs Runden nicht gewonnen hatten und mit ihrem Erfolg (auch ein Punkt hätte genügt) dem vorher theoretisch noch möglichen Abstieg endgültig enteilt sind.

Letzter Sieg am Tivoli im November 1998
Für die Salzburger ist Innsbruck übrigens ein sehr schlechter Boden, ihr letzter Sieg datiert vom 27. November 1998 (3:0), damals noch unter Trainer Hans Krankl. Für Wacker-Trainer Stanislaw Tschertschessow war das 3:2 verdient, "weil mir mit Herz gespielt und auch nach dem 1:2 nicht aufgegeben haben". Pasching (daheim) und Admira (auswärts) sind die restlichen zwei Gegner der Salzburger, während die Austria nach Sturm die Tiroler (H) und Pasching (A) vorgesetzt bekommt.

Admira sportlich quasi abgestiegen
Die Admiraner sind trotz des 2:1-Heimsieges gegen den FC Superfund vor ihrem dritten Abstieg nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zu retten. Denn neben Tirol ist auch Mattersburg (2:2 in Ried) endgültig außer Reichweite, der SK Sturm konnte am Sonntag nachlegen und wies obendrein die um 17 Treffer bessere Tordifferenz auf. Interessant, dass die Admira mit 21 Punkten in den zwölf Frühjahrsrunden um einen Zähler mehr als Salzburg und genauso viele wie die Austria (einschließlich Nachtrag gegen den GAK) ausgetragen hat, daher alles andere als zweitklassig agierte. Der miserable Herbst war aber nicht mehr wettzumachen.

Interimstrainer Dietmar Constantini nahm die erste Liga-Niederlage seiner Pasching-Ära (fünf Siege, drei Remis) gelassen, immerhin hat seine Mannschaft noch drei Punkte Vorsprung auf den SV Ried, dessen Trainer Heinz Hochhauser vom möglichen Vorstoß auf den dritten (UEFA-Cup)-Rang nichts wissen will. Auch die Zukunft Hochhausers als Ried-Coach ist offiziell noch nicht geklärt, steht doch ein Abschied mit Saisonende im Raum.
(apa/red)