Tischtennis-Mannschafts-WM in Bremen: Beide Titel gehen an chinesische Teams

Herren schlagen Südkorea, Damen Hongkong Österreich belegt bei Damen und Herren je Platz 8

Chinas Tischtennis-Herren-Nationalteam hat bei den 48. Mannschafts-Weltmeisterschaften in Bremen seinen Titel mit Erfolg verteidigt. Der Turnier-Favorit setzte sich am Montag im Endspiel gegen den erstmaligen Finalisten Südkorea 3:0 durch. Wang Hao, Wang Liqin und Ma Lin fixierten das 15. Team-Gold für das "Reich der Mitte". Für Chinas Damen bedeutete der 3:1-Erfolg im Finale gegen Hongkong sogar ihr insgesamt 16. Team-WM-Gold. Bronze bei den Herren ging an die unterlegenen Halbfinalisten Deutschland und Hongkong, Österreich wurde wie auch bei den Damen Achter.

Im Auftakt-Einzel der 757. bzw. letzten Begegnung bei diesen Titelkämpfen behielt der Olympia-Zweite Wang Hao gegen Oh Sang Eun klar die Oberhand. Der koreanische WM-Dritte agierte nervös und kam kaum einmal auf WM-Finalniveau, wodurch sein Gegner recht leichtes Spiel hatte. Um einiges besser machte es Ryu Seung Min, der Olympiasieger und Ex-Star von SVS Niederösterreich verlangte Wang Liqin wie im Halbfinale Timo Boll alles ab.

Wieder musste der Weltmeister und Weltranglisten-Erste über fünf Sätze gehen, nachdem Ryu einen 0:1-Rückstand in Sätzen in eine 2:1-Führung verwandelt hatte. Wang hatte in Satz vier noch ordentlich zu kämpfen, blieb aber bei diesen Titelkämpfen dann doch ungeschlagen. Das kann sein Landsmann Ma Lin nicht von sich behaupten. Nachdem ihn bei der WM 2004 in Doha Werner Schlager besiegt hatte, war es diesmal Timo Boll.

Im dritten Einzel des Finales gegen Lee Jung Woo zeigte sich der Vize-Weltmeister aber von der Niederlage gegen den Liebling der am WM-Schlusstag wieder 9.500 Fans gut erholt und fuhr einen sicheren 3:0-Erfolg ein. Insgesamt 60.000 Zuschauer kamen an den acht WM-Tagen in den AWD-Dome. Die chinesischen Herren holten bei den jüngsten sechs Entscheidungen fünf Titel, nur im Jahr 2000 in Kuala Lumpur funkte Schweden dazwischen.

Im Rahmen der WM wurde die Anzahl der Mitgliedsländer des Internationalen Verbandes (ITTF) auf 202 aufgestockt, zudem hat das ITTF-Exekutiv-Komitee das Preisgeld der Damen bei vielen internationalen Turnieren jenem der Herren angeglichen. So werden die weltweit besten Damen vorerst beim Weltcup und dem Pro-Tour-Finale sowie 6 ausgesuchten Pro-Tour-Turnieren mehr verdienen als bisher, ab 2008 gilt diese Regelung für alle ITTF-Veranstaltungen.

Gold auch fpr Chinas Damen
Die chinesischen Damen hatten sich vor zwei Jahren in Doha im WM-Finale gegen Hongkong mit 3:0 durchgesetzt, dieses Ergebnis war auch diesmal erwartet worden. Und dann degradierte die Weltmeisterin, Olympiasiegerin und Weltranglisten-Erste Zhang Yining ihre Auftakt-Gegnerin Lin Ling auch zur Nebendarstellerin. Die zähe Tie Yana biss sich danach aber an Guo Yue fest und feierte einen überraschenden 3:1-Erfolg.

Eine Unzahl von Matchbällen hatte die Außenseiterin benötigt, ehe sie im 4. Satz mit 22:20 (!) gewann. Guo war der später fixierte WM-Titel übrigens kein Trost. Vor der Siegerehrung vergoss sie bittere Tränen, verlor sie doch als einzige Chinesin im Turnierverlauf. Das passierte beinahe auch Wang Nan, nach 0:2-Rückstand gegen Linz-Froschberg-Spielerin Lau Sui Fei riss sie das Ruder aber noch herum. Zhang machte gegen Tie Yana mit 3:0 den Sack zu.
(apa/red)