Tischtennis-Asse weiter im Medaillenkampf:
Schlager ist nach elf Spielen noch unbesiegt

Chen/Gardos und Schlager/Keen im Viertelfinale Drei ÖTTV-Herren und zwei Damen in Runde drei

Tischtennis-Asse weiter im Medaillenkampf:
Schlager ist nach elf Spielen noch unbesiegt © Bild: Reuters/Yip

Heute geht es für Österreichs Tischtennis in St. Petersburg um die ersten Medaillen in den Individual-Bewerben der 27. Europameisterschaften. Denn Chen Weixing/Robert Gardos sowie Werner Schlager mit dem Niederländer Trinko Keen zogen am Donnerstagabend mit Achtelfinal-Siegen unter die letzten acht Paare des Herren-Doppels ein. Die Sieger der Viertelfinali haben zumindest die Bronze-Medaille sicher.

Ihre vorletzten Hürden vor dem möglichen Fixieren eines Podestplatzes haben beide Doppel mit ÖTTV-Beteiligung bravourös genommen. Chen/Gardos besiegten die Serben Marko Jevtovic/Zolt Pete 3:0 (8,9,7). "Das war nichts Besonderes", merkte Gardos an. "Die haben nur 'Bomben' gespielt. Entweder sie sind gekommen oder nicht." Gegen seine portugiesischen Viertelfinal-Gegner Marcos Freitas/Tiago Apolonia hat das ÖTTV-Duo noch nie gespielt.

Jedenfalls sind sie zu favorisieren, was bei Schlager/Keen gegen die als Nummer drei gesetzten Serben Aleksandar Karakasevic/Slobodan Grujic nicht der Fall ist. Vielmehr ist ein ausgeglichenes Duell um den Semifinal-Einzug zu erwarten. "Karakasevic/Grujic sind ein jahrelang eingespieltes Doppel", wusste Schlager zu berichten. "Als ich mit Charly (Anm.: Karl Jindrak) gespielt habe, waren sie die Einzigen mit mehr Siegen gegen uns als umgekehrt."

Gegen sein "Angst-Doppel", wie es Schlager bezeichnete, würde die Taktik bzw. der Service-Return entscheiden. Ihre spanischen Achtelfinal-Gegner He Zhi Wen/Carlos Machado hatten Schlager/Keen sehr sicher in Griff, wiesen sie mit 3:0 (8,4,2) in die Schranken. "Meine Service-Annahme war gut", erläuterte Schlager. "Und wir haben jetzt auch die richtige Distanz gefunden. In den Matches davor waren wir nicht dort, wo wir hingehören."

Auch im Einzel noch dabei
Alle drei österreichischen Doppel-Viertelfinalisten sind auch noch im Einzel im Bewerb. Mit Siegen in den ersten beiden Runden zog das Trio in das Sechzehntel-Finale ein, nun geht es um den Achtelfinal-Einzug. Chen gegen den Engländer Paul Drinkhall, Gardos gegen den Slowaken Lubomir Pistej und Schlager gegen den Slowaken Peter Sereda sind dabei durchwegs zu favorisieren.

Schlager ist inklusive Teambewerb bei diesen Titelkämpfen noch unbesiegt, feierte bisher elf Siege. Der ebenfalls unbesiegt gewesene Weißrusse Wladimir Samsonow verlor hingegen seine "Weiße Weste", indem er in der zweiten Doppel-Runde mit dem Russen Alexej Smirnow als Nummer zwei gesetzt ausschied. Schlager hatte nur in Einzel-Runde zwei beim 4:2 gegen den Polen Daniel Gorak Probleme, Chen und Gardos kamen sicher weiter.

Fegerl, Habesohn und Presslmayer out
Ausgeschieden ist das weniger chancenreiche ÖTTV-Herren-Trio. Schon in Runde eins hatte es Stefan Fegerl erwischt, der 20-Jährige unterlag dem Ungarn Ferenc Paszy nach 3:1-Führung 3:4. Daniel Habesohn hatte in Runde eins gegen den Bulgaren Stanislaw Golowanow Matchbälle abgewehrt, forderte auch den Tschechen Petr Korbel, unterlag jedoch 2:4. Bernhard Presslmayer zog gegen Grujic mit 0:4 den Kürzeren.

Liu Jia und Li Qiangbing weiter
Auch im Damen-Einzel ist der ÖTTV in Runde drei vertreten, und zwar doppelt. Liu Jia und Li Qiangbing setzten sich in ihren Zweitrunden-Spielen gegen die Russin Jekaterina Kolodjaschnaja bzw. die Griechin Ekaterina Ntoulaki jeweils 4:0 durch. Um 15.00 Uhr MESZ geht es nun heute für Li gegen die Belgierin Laurence Junker, eine Stunde später hat Liu gegen die Deutsche Kristin Silbereisen anzutreten.

Li hat durch das w.o. der als Nummer eins gesetzt gewesenen niederländischen Titelverteidigerin Li Jiao sowie der Ungarin Petra Lovas im Raster bis zum Viertelfinale quasi fast "freie Fahrt" und würde dann schon um eine Medaille spielen. Die als Nummer zwei eingestufte Liu darf sogar noch weiter vor schauen, denn neben der Absenz von Li Jiao schieden die drittgereihte Deutsche Wu Jiaduo und die viertgereihte Kroatin Tamara Boros aus.

Damit sind am drittletzten Wettkampftag noch fünf der insgesamt elf bei diesen Titelkämpfen engagierten ÖTTV-Spieler im Einsatz. Nur noch als Zuschauer und Daumendrücker fungieren bei den Damen Veronika Heine und Martina Petzner sowie bei den Herren Feng Xiaoquan, Habesohn und Presslmayer. Die Finalspiele sind durchwegs für Sonntag angesetzt.

(apa/red)