Tirol-Wahl auch Debakel für Regierung: Votum klare Absage an die Große Koalition

Größter rot-schwarzer-Verlust seit Wahlen 1949! 20 Prozentpunkte-Minus bei Antritt der Unabhängigen

Tirol-Wahl auch Debakel für Regierung: Votum klare Absage an die Große Koalition © Bild: Reuters

Die Tiroler Landtagswahl war eine Absage an die Große Koalition, die sowohl im Land als auch im Bund regiert. Seit 1949 haben SPÖ und ÖVP zusammen bei keiner einzigen Landtags- oder Bundeswahl mehr so viel verloren wie die heutigen 19,65 Prozentpunkte (vorläufiges Endergebnis). Der Grund für die hohen Verluste von SPÖ und ÖVP war vor 59 Jahren der selbe wie heute: Damals war mit der Wahlpartei der Unabhängigen - dem FPÖ-Vorgänger - ebenfalls eine Partei gleich bei ihrem ersten Antreten sehr erfolgreich.

Nur zweimal haben SPÖ und ÖVP bei Landtagswahlen gemeinsam bisher mehr als 20 Prozentpunkte verloren (bei Nationalratswahlen nie) - und zwar 1949 sowohl in Oberösterreich als auch in Vorarlberg. Zwischen zehn und 20 Prozentpunkte verloren die Großparteien miteinander in der Zweiten Republik insgesamt 13 mal, ohne die Landtagswahlen 1949 neunmal. Mit Ausnahme einer Wahl (1984 in Vorarlberg) setzte es die zweistelligen Verluste außerhalb der 49-er-Wahl in der Ära Haider, als die FPÖ enorm zulegte.

Sowohl 1949 als auch während der Ära Haider verlor auf Landesebene zumeist die ÖVP mehr als die SPÖ. Die Schwarzen mussten auch mehrmals zweistellige Verluste hinnehmen - den bisher höchsten von 15,92 Prozentpunkten 1989 in Tirol. Für die SPÖ brachte der heutige Wahlsonntag das erste zweistellige Minus auf Landes- und Bundesebene.

(apa/red)