Tirol is back: Innsbrucker lachen nach Zwangsabstieg erstmals seit 2002 von Spitze

Verein legt den besten Saisonstart seit 1999 hin Aufsteiger Altach noch ohne Erfolg wie Meister Austria

In der dritten Runde ist aus dem mit dem Maximum von sechs Punkten gestarteten Quartett ein "Solist" mit Weißer Weste übrig geblieben. Wacker Tirol feierte im Sonntag-Spiel in Altach gegen Aufsteiger SCR Cashpoint mit dem 1:0 den dritten Auswärtssieg in Serie und löste Red Bull Salzburg als Tabellenführer ab. Der Titelfavorit hatte am Samstag mit dem 1:1 in Wien gegen Double-Gewinner Austria Magna die ersten Zähler abgegeben.

Die Innsbrucker, die mit einem 3:2 gegen Puntigamer Sturm Graz und einem 1:0 gegen SV Josko Ried gestartet waren, erklommen erstmals seit der Meister-Saison 2001/02 (damals als FC Tirol) und denn danach aufgeflogenen Schuldenskandal samt zweijähriger Oberhaus-Absenz den Gipfel des heimischen Fußballberges. "Wenn wir schon auf Platz eins sind, gehören wir auch dahin", meinte der zumindest bis zur ersten Niederlage mit Krawatte gekleidete Wacker-Trainer Frantisek Straka mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen.

Der Tscheche mit deutschem Reisepass warnte jedoch, die Realität aus den Augen zu verlieren. "Man darf jetzt nicht abheben, muss bescheiden bleiben. Wir haben neun Punkte, darauf können wir aufbauen", meinte der Nachfolger von Stanislaw Tschertschessow. Matchwinner Andreas Hölzl freute sich über sein "wichtigstes Tor meiner Karriere, danach haben wir es cool nach Hause gespielt." Im Moment passe eben alles. "Der Trainer stellt uns gut ein und wir halten uns daran."

Nach dem besten Start seit 1999/2000, als es sogar sieben Erfolge in Serie gegeben hat, fühlen sich die unter der Regie des überragenden Vaclav Kolousek blendend gelaunten Tiroler auch für den noch sieglosen Titelverteidiger Austria, der kommenden Samstag zur Heimpremiere auf den Tivoli kommt, gerüstet. "Jetzt kann die Austria kommen", verkündete Hölzl, dessen Mittelfeld-Partner Florian Mader gemischte Gefühle hatte: "Die Freude ist zwar riesengroß, aber es ist auch ein weinendes Auge dabei, weil ich eine schöne Zeit in Altach hatte."

Die Vorarlberger haben eines mit Austria gemeinsam: Nach dem 2:3 gegen Pasching und dem 0:2 gegen Salzburg, ebenfalls jeweils zu Hause, stehen sie nach drei Runden auch ohne Sieg da! "Es wird in dieser Woche viele Einzelgespräche geben. Wenn man auf dem Boden liegt, ist es immer einfach draufzusteigen. Aber das wäre ganz falsch, wir werden vielmehr an uns arbeiten, um zu Punkten zu kommen", sagte Altach-Trainer Michael Streiter, der auf eine Dreierkette und einen Dreier-Sturm umgestellt hatte, nach der Nullnummer gegen seinen Ex-Verein.

Mario Krassnitzer tat wie seinen Kollegen die Niederlage natürlich weh. "Wir haben gut mitgespielt, aber einen individuellen Fehler begangen", resümierte der Torhüter, während Alexander Guem neben der Chancen-Verwertung auch das Quäntchen Glück vermisste. "Wenn wir einmal in Führung gehen, könnten wir beruhigter spielen. Nun haben wir in Wien die Chance, uns da rauszuziehen", hofft der Verteidiger. Der Neuling muss in der kommenden Runde zum Rekordmeister nach Hütteldorf.
(apa/red)