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Häuser versinken im Müll

Bei Nachforschungen kam Grausiges zutage: Auf ehemaliger Mülldeponie gebaut.

Tirol - Häuser versinken im Müll © Bild: Corbis

Wie muss man sich fühlen, wenn man herausfindet, dass man sein Heim auf einem Haufen Müll gebaut hat? Drei Familien in Tirol wissen bestens darüber Bescheid. Zu ihrem Leidwesen. Was Sie nicht wussten, war, dass der Grund, den sie vor Jahren von der Gemeinde erstanden haben, früher als Mülldeponie diente.

Anfangs waren es ein paar haarfeine Risse. Mittlerweile sind sie zentimeterbreit und weit mehr als ein optisches Manko. Betroffen sind die Wohnhäuser von drei Familien im Tiroler Ort Rietz, so "tirol.orf.at". Der Grund, auf dem gebaut wurde, senkt sich. Die Häuser mit ihm.

Enorme Unkosten
Was grauenhaft klingt, kostet natürlich auch eine Menge Geld. 800.000 Euro musste eine der Familien bereits in die Sanierung ihres Heims stecken. Sie kaufte, wie auch die beiden anderen Familien, den Grund in den 1990er Jahren von der Gemeinde. Die wiederum fühlt sich für die ganze Angelegenheit nicht verantwortlich.

Gemeinde fühlt sich nicht verantwortlich
Die Gemeinde sei ja nicht der Deponiebetreiber gewesen, so Bürgermeister Gerhard Krug laut "tirol.orf.at". Sie habe die Fläche anno dazumal von den Betreibern erworben und sie guten Gewissens - es hieß, sie sei saniert worden - umgewidmet und verkauft. Brisantes Detail: Die Gemeinde war damals sehr wohl der Betreiber der Mülldeponie.

Erster Räumungsbescheid
Während die Häuser weiter in den Untergrund absinken, steigen die Sanierungskosten stetig an. Der Prozess um die enormen Kosten läuft. Die Bewohner wollen sie von der Gemeinde bezahlt wissen. Indes hat eine Familie bereits einen Räumungsbescheid erhalten. Wegen Gefahr in Verzug.