Das soll Werbung sein?

Provokatives Sujet mit Brenner-Autobahn vor Bergkulisse sorgt für Wirbel

Ein aktuelles Werbesujet spaltet die Gemüter: Vor dem attraktiven Tiroler Bergpanorama windet sich die für chronische Verstopfung bekannte Brennerautobahn. Untermalt wird das Ganze mit den Worten "So nah. So fern." Kann Tirol neuerdings auf seine Schönheit verzichten?

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  • Bild 1 von 11 © Bild: Tirol Werbung

    Das u.a. im deutschen Spiegel geschaltene Sujet irritiert: Harter Beton trifft hier auf Heimatfilmkulisse. Darunter der Slogan: "So nah, so fern. [Wege zum Innehalten.]"

  • Bild 2 von 11 © Bild: Tirol Werbung

    Das Motiv mit der Brenner-Autobahn im Vordergrund ist eines von drei Lead-Sujets. Die anderen beiden, wie dieses hier, sind "vertriebsorientierter" und "eher für die Breite gedacht".

Von Tirol Werbung sind wir andere Bilder gewohnt: Wanderer, die in gewaltigen Bergkulissen, saftigen Wiesen und blauen Seen verschwinden. Oder: glückliche Kühe, die eine Bank besetzen. Klassische Edelweiß-Romantik eben. Dementsprechend sind bisher auch die Werbesujets ausgefallen.

Tirol Werbung: bewusster Bruch
Seitens Tirol Werbung ist das Sujet eine vollkommen bewusste Irritation, wie Unternehmens-Sprecherin Schranz NEWS.AT erklärt. Die Werbung mit der abgebildeten Brenner-Autobahn sei eines von drei Leadsujets und für eine bestimmte Zielgruppe gedacht. Die Anzeige sei aus diesem Grund auch nur einmal, und zwar im Spiegel, geschalten worden. In der Breite würden vertriebsorientierte Werbungen geschalten. Das Bild sollte etwas sein, dass man nicht so einfach überblättert, sondern noch weiter darüber nachdenkt. "Wir haben erreicht, was wir erreichen wollten", sagt Schranz.

Viele der Tirol-Partner zeigen sich hingegen skeptisch, wie Touristikerin Wilma Himmelfreundpointner (Marketingleiterin des St. Anton Tourismusverbandes) oder Hotelier Hubert Siller (Lehrgangsleiter für Tourismus am MCI).