Ein guter Morgen von

Wie man am besten
in den Tag startet

No-Gos und Energiebooster: Wie man aufsteht, gibt den Ton für den restlichen Tag vor

Aufstehen © Bild: istockphoto

Verschlafen, in der Früh ordentlich gestresst und dann den ganzen Tag nicht mehr gefangen - wer kennt das nicht? Die Art und Weise, wie man aufsteht, schafft die Basis, auf der die nächsten Stunden aufbauen. Nur mit einer soliden Grundlage schafft man es, entspannt in den Tag zu gehen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Im Urlaub passiert es automatisch: Man steht ausgeschlafen auf, geht stressfrei zum Frühstücksbüffet, liest oder plaudert ohne Zeitdruck während der ersten Mahlzeit des Tages - und bringt sich so ganz unbewusst in die richtige Stimmung für einen schönen restlichen Tag. Auch am Wochenende gelingt oft ähnliches: Wer keine frühen Pläne hat, kann am Sonntag seelebaumelnd in den Tag starten.

An Tagen, an denen man arbeiten geht, sieht das ganz anders aus. Zeitlicher Druck, mit den Gedanken schon im Job und oft zu spät dran - da bleibt nicht viel Zeit, um sich auf Positives zu konzentrieren. Klar ist damit allerdings auch, dass wir mit solch einem negativ besetzten Start in den Tag keinen positiven Grundton für die folgenden Stunden setzen. Das Teuflische an der Sache: Die Tage, an denen die Pflicht ruft, sind eindeutig in der Überzahl.

In der Theorie wissen wir natürlich alle, wie es sein sollte. Bei Zeiten ins Bett, morgens mit Schwung (rechtzeitig!) aufstehen, eine Runde laufen, einen gesunden Smoothie mixen, mit Elan ins Büro radeln. Ja, ja, eh... Aber wir sind halt keine perfekten Werbefigürchen oder Lifestyle-Vorzeigetypen.

Trotzdem zahlt es sich aus, sich mit seinen morgendlichen Ritualen genauer zu beschäftigen und manche davon ganz bewusst umzustellen - selbst wenn es nur Kleinigkeiten oder ein einziger Punkt aus der folgenden Liste ist. Schließlich steckt ein unheimlich großes Verbesserungspotenzial in dieser vergleichsweise kurzen Zeitspanne.

1. Der Snooze-Button ist Tabu

Das Grundprinzip des Snooze-Buttons ist herrlich. Er gibt einem die Möglichkeit, den Ernst des Lebens, äh, des Tages um ein paar Minuten nach hinten zu schieben. Das Problem: Man kann ihn immer wieder drücken. Und herrlich Zeit damit verbummeln. Vielleicht auch noch mal einschlafen.

Seien wir ehrlich: Das Aufstehen wird davon auch nicht angenehmer. Aufschieben macht Dinge einfach selten besser. Deshalb Finger weg vom Snooze-Button. Kokettieren Sie nicht einmal gedanklich mit ihm! Er ist einer der größten Zeitfresser in der Früh!

Bessere Alternative: Lassen Sie sich von einem Lieblingslied wecken. Im Idealfall fängt der Song entspannt an und wird dann mit der Zeit lebendiger. Vielleicht hat Ihr Weckgerät auch eine Funktion, die die Lautstärke des Liedes nach und nach anhebt. Wenn das Stück nach 3 bis 4 Minuten aus ist, heißt es: Aufstehen! Keine Widerrede! Klingt hart, verlangt aber nur ein wenig Übung.

2. Gleich Instagram bis E-Mails checken? Oh no!

Aufwachen, zur Seite greifen, das Smartphone schnappen und gleich eine Runde bei Facebook, Instagram & Co. nach dem Rechten sein. Dieser Ablauf gehört bei unzähligen Menschen zum morgendlichen Aufwachritual. Es stimmt ja auch: Im Liegen lässt es sich noch recht gemütlich und eingehüllt von Bettwärme herumsurfen. Sie tun sich damit aber trotzdem nichts Gutes.

Das morgendliche Online-Gehen ist einerseits ein Garant dafür, dass Sie zu viel Zeit vertrödeln, und andererseits auch nicht besonders gut für Ihre Gemütslage. Sich in der Sekunde nach dem Aufwachen der Welt da draußen auszusetzen, nimmt einem die Möglichkeit, ganz auf sich selbst besinnt in den Tag zu starten. Sofort hat man ein Mahnungsmail gelesen, die Info über einen erneuten Anschlag bekommen oder gesehen, dass die Kollegin bereits vor einer Stunde eine Laufrunde in Rekordzeit hingelegt hat. Muss alles nicht sein!

Lieber das Smartphone gar nicht erst in Griffweite liegen haben - das tut auch der Schlafqualität gut, weil unter anderem potenziell störende Lichtquellen umgangen werden. Nach dem Aufwachen (etwa während man seinen Guten-Morgen-Song hört) bewusst und intensiv strecken und das Mails-Checken und Instagram-Surfen auf die U-Bahn oder das Büro verschieben.

3. Einen Kleidungsplan haben - und mehrere Joker

Eine der größten Fallen am Morgen ist die Kleiderwahl. Wie oft sind wir schon alle vor dem Kasten gestanden und hatten plötzlich das Gefühl, nichts mehr zum Anziehen zu haben? Nach zehn Outfit-Varianten läuft man dann viel zu spät aus der Wohnung und ist erst recht nicht wirklich happy mit dem, was man anhat. Was für ein Stressfaktor!

Man muss ja nicht gleich so weit gehen, dass man sich (ganz auf bieder) sein Gewand bereits am Vorabend rauslegt. Es hilft aber, sich schon mal überlegt zu haben, was man tragen möchte. Bester Trick, um den Stress vorm Kleiderschrank zu umgehen: Haben Sie fünf Notfall-Outfits im Kopf, die immer gehen. Wenn Sie morgens draufkommen, dass Sie keine Lust auf die Styling-Idee vom Vorabend haben, Sie verschlafen haben oder Ihnen auffällt, dass das geplante Teil doch noch in der Wäsche liegt, werden Sie dankbar für diese Standardkombis sein, in denen Sie sich wohlfühlen und die Sie keine Extrazeit kosten.

4. Umgehen Sie einen zu knappen Zeitplan

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie stehen auf, stressen sich durch den Morgen - und entdecken plötzlich, dass Ihr Wecker defekt war und Sie eine Stunde zu FRÜH dran sind! Plötzlich die große Erleichterung, man hat Zeit und kann ganz entspannt seine Dinge erledigen. Fühlt sich gut an, oder?

Viele versuchen, jede mögliche Sekunde Schlaf auszunützen und setzen sich in Folge dessen einen völlig unrealistischen Zeitplan. In Ruhe duschen, mit der Familie reden oder einfach nur mal mit dem Kaffee in der Hand aus dem Fenster starren? Unmöglich!

Fakt ist allerdings: Keine einzige Extra-Minute Schlaf ist den Stress wert, dem Sie sich in der Früh aussetzen. Also lieber ganz realistisch hinsehen, wie lange Sie in der Früh (entspannt!) brauchen, wofür Sie gerne Zeit hätten und wie viel Puffer man brauchen könnte. Danach richtet sich dann die optimale Aufstehzeit. Und nicht danach, wann man am Abend zuvor schlafen gegangen ist!

5. Nicht abschweifen unter der Dusche!

Einer der schlimmsten Energiefresser ist das Grübeln unter der Dusche. Gehen Sie kurz in sich. Können Sie sich an Ihre morgendliche Dusche erinnern? Im Detail? Die meisten können das nicht, weil Sie in Gedanken ganz woanders waren. Bereits im Büro, beim Beantworten eines E-Mails oder in Gedanken an die tickende Uhr, weil man zu spät aus den Federn gekommen ist.

Gewöhnen Sie sich folgendes Ritual an: Unter der Dusche konzentrieren Sie sich nur auf eines - auf sich! Diese paar Minuten können ungeahnte Energiebooster sein. Verwenden Sie einen Duschzusatz, dessen Geruch Sie lieben, spüren Sie Ihren Körper, fühlen Sie das Wasser auf Ihrer Haut. Drei richtig verbrachte Minuten unter der Dusche können einen ungeahnt positiven Effekt auf Ihren Tag haben. Glauben Sie uns - diesen Punkt sollten Sie wirklich ausprobieren!

6. Denken Sie an die richtige Uhrzeit

Unpünktliche Menschen haben oft das Problem, dass Sie sich auf den falschen Zeitpunkt konzentrieren. Morgens denken sie etwa daran, dass sie um neun Uhr im Büro sein müssen. Der Kopf setzt bei "Neun Uhr" einen Anker - falsch! Erst kurz vor der Ankeruhrzeit merkt man dann, dass sich das alles nicht ausgeht.

Lieber sollte man sich darauf konzentrieren, wann man die Wohnung verlassen muss, um pünktlich zu sein. Also immer daran denken, dass man um halb neun fertig sein muss - dann setzt der Kopf den richtigen Anker, nämlich bei 8:30 Uhr. Bereits um 8:15 Uhr beginnt man dann schon nervös zu werden, weil man vielleicht zu knapp dran ist - und hat noch die Gelegenheit gegenzulenken.

7. Planen Sie eine fixe Morgenpause

In die Arbeit kommen und schon eine Pause machen? Klingt verrückt, ist aber eine gute Idee. Die "Pause" ist im Prinzip auch keine wirkliche Auszeit. Sie dient eher dafür, den Tag durchzuplanen. Wer in die Arbeit hetzt und sofort loslegt, hat meist noch kein Konzept für die restlichen Stunden. Besser ist es, sich am Arbeitsplatz einige Minuten Zeit zu nehmen, um anzukommen und die weiteren To-Dos durchzudenken. Das ist in Ihrem Job nicht möglich? Dann versuchen Sie, diesen Schritt für einen guten Start bereits in der letzten Phase Ihres Arbeitsweges zu erledigen.

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