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Meine Fan-Tour: Tag 4

Hohes Kilometer-Pensum und höhere Mathematik bei der französischen Fußball-EM

NEWS-sportchef Tino Teller © Bild: NEWS/Stögmüller Katharina

Der Tag danach ist der höheren Mathematik gewidmet. Das Ergebnis: Wenn wir die Spiele gegen Portugal und Island gewinnen, steigt Österreich in jedem Fall ins Achtelfinale auf. Die offene Frage ist nur, wo diese K.O.-Partie über die Bühne geht. Als Gruppenerster müssten wir nach Toulouse, als Gruppenzweiter nach Nizza. Selbst wenn wir wider Erwarten nur mehr vier Punkte machen (Remis gegen Portugal, Sieg über Island), geht das Turnier für uns weiter. Denn auch die vier besten Gruppendritten qualifizieren sich bei der Euro 2016 in Frankreich für das Achtelfinale. Allerdings spielen wir dann in Lille, für uns das reinste Horrorszenario.

Denn von hier in Mallemort bis nach Lille sind es knapp 1.000 (in Worten: eintausend) Kilometer. Schon jetzt halten wir bei 2.634 Kilometer. Allein für das Ungarnspiel haben wir rund 700 Kilometer „angeschrieben“, denn wir haben am Tag danach nicht den direkten Weg von Bordeaux zurück nach Mallemort gewählt, sondern einen Abstecher nach Arcachon am Atlantik gemacht, was zusätzliche 150 Kilometer bedeutete. Sei’s drum, man gönnt sich ja sonst nix.

Nur zum Vergleich: Die diesjährige Tour des France bringt es in drei Wochen auf schlappe 3.519 Kilometer. Dieses Pensum schaffen wir in einer Woche mit links. Zu verdanken haben wir Fans das Michel Platini, dem suspendierten Uefa-Präsidenten, der durchgesetzt hat, dass die Europameisterschaft zum Wanderzirkus wird, dass jedes der 24 Teams und mit ihnen die Fans kreuz und quer durch Frankreich geschickt werden. Vielleicht bekommt Platini ja auch eine kleine Anerkennungsprämie der französischen Autobahnbetreiber. Allein für die Strecke von Mallemort nach Bordeaux und retour haben wir insgesamt über hundert Euro an den Mautstellen abgeliefert. Wie gesagt, man gönnt sich ja sonst nix.

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