Tiger Woods, Superstar: 12. Major-Titel für Golfer bei US-PGA-Championship in Medinah

Amerikaner damit auf Platz 2 der ewigen Bestenliste Woods siegt mit fünf Schlägen vor Engländer Donald

Überlegen wie in seinen besten Zeiten hat Tiger Woods in Medinah bei Chicago die 88. US PGA Championship und damit seinen 12. Major-Titel gewonnen. Der 30-jährige US-Star siegte mit 18 unter Par (270 Schläge) und gleich fünf Schlägen Vorsprung auf seinen US-Landsmann Shaun Micheel (275). Luke Donald (GBR) und Sergio Garcia (ESP) folgten zusammen mit dem Australier Adam Scott als beste Europäer auf Platz drei. Damit hat Woods an Major-Siegen nur noch Jack Nicklaus (18 Titel) vor sich.

Die beiden Fäuste kurz triumphierend zum Himmel gerichtet und mit dem unwiderstehlichen Lächeln auf den Lippen genoss Tiger Woods das Glück des Augenblicks. "Ich habe einen dieser magischen Tage auf den Grüns erlebt. Es war ein wirklich wunderbares Erlebnis. Ich hatte das Gefühl, alles machen zu können, was ich wollte", beschrieb der weltbeste Golfprofi am Sonntag seinen Triumphmarsch mit 270 Schlägen.

Die Konkurrenz der komplett versammelten Weltklasse applaudierte düpiert. Die Überlegenheit des 30 Jahre alten US-Superstars war zu erdrückend. So, wie vor sechs Jahren, als Woods 2000 und 2001 auch den Tiger-Grand-Slam mit vier Major-Siegen in Serie innerhalb von zwölf Monaten gewann. Getrieben vom unbeugsamen Siegeswillen, geprägt von seiner Fähigkeit, mit dem Tunnelblick die Konkurrenz zu ignorieren, hat Woods zu seiner Dominanz zurückgefunden und sich wieder mit der Aura des Unbesiegbaren umgeben.

Nach seinem Sieg bei der British Open im Juli in Liverpool zum ersten Major-Titel der Saison war Woods noch mit einem Weinkrampf in den Armen seines Caddies vom Platz gegangen. Die Erinnerung an seinen dominanten Vater, der einem Krebsleiden erlag, hatte ihn damals überwältigt. Davon hatte er sich in Medinah befreit. "Ich habe mir immer wieder gesagt, putte so, wie du es bei ihm gelernt hast", meinte Woods und das gelang ihm mit durchschlagendem Erfolg.

Mit 30 Jahren hat Woods innerhalb von zehn Jahren ein Dutzend Major-Titel gewonnen, damit nimmt er in der ewigen Bestenliste der Grand-Slam-Turniersieger den alleinigen 2. Platz hinter Nicklaus ein. "Er ist einfach zu gut", kam es Micheel bewundernd über die Lippen, "selbst wenn du glaubst, nicht besser spielen zu können, kann man sich einfach nicht gegen ihn behaupten." Der 37-Jährige hatte 2003 diesen Titel gewonnen.

Auch Europas Hoffnung, Luke Donald, war nicht in der Lage, dem Druck von Woods standhalten zu können. Der 28-jährige Engländer, der seit neun Jahren in Chicago lebt und den Platz wie seine Westentasche kennt, war auf Augenhöhe wie der Tiger mit 14 Schlägen unter Par auf die letzte Runde gegangen. Woods gelang gleich zum Start das erste von fünf Birdies auf der Runde und nahm Donald damit den Atem. Der Brite hatte Runde zwei und drei bogey-frei mit zehn Birdies gespielt und den Platz im letzten Flight an der Seite von Woods erarbeitet, konnte aber am Sonntag nicht mehr zulegen.

Mit dem Preisgeld von 1,22 Millionen Dollar verbesserte Woods seine Jahresprämie auf 6,351 Millionen Dollar bei nur zwölf Starts in diesem Jahr. Damit verteidigte er Platz eins in der US-Geldrangliste vor Jim Furyk (4,734/USA) und dem Weltranglisten-Zweiten Phil Mickelson (4,217/USA).

(apa/red)