Tiger Woods holt 13. Major-Turniersieg: US-
Superstar gewinnt vor Landsmann Austin

Österreicher Brier schied nach dem 2. Tag aus

Tiger Woods hat das Jahr 2007 doch noch mit einem Major-Titel beendet. Der 31-jährige Golf-Superstar ließ am Schlusstag der mit 7 Mio. Dollar dotierten 89. US PGA Championship in Tulsa/Oklahoma bei sengender Hitze nichts mehr anbrennen und verteidigte nach einer 69er-Schlussrunde mit 272 Schlägen (8 unter Par) zwei Schläge vor Woody Austin seinen Titel erfolgreich. Mit seinem 13. Grand-Slam-Triumph näherte er sich dem Rekord von Jack Nicklaus bis auf fünf Siege.

Wie bei allen zwölf vorangegangenen Erfolgen bei Major-Turnieren war Tiger Woods als Führender in die Schlussrunde des letzten Saison-Majors 2007 gestartet. Diesmal mit drei Schlägen Vorsprung auf Stephen Ames. Woods zog zunächst trotz Temperaturen von bis zu 43 Grad Celsius auf fünf Schläge Vorsprung davon. Doch als alles bereits nach einem lockeren Sieg aussah, bekam Woods doch noch Probleme. Nach einem Bogey am 14. Loch des anspruchsvollen Southern-Hills-Kurses lag er plötzlich nur noch einen Schlag voran.

Doch da kehrte Woods den Meister hervor. Mit einem Birdie auf der 15 und drei souveränen Pars auf den Schlusslöchern ließ er seinen Verfolgern keine Chance. Nach dem letzten Putt zog er seine verschwitzte Kappe, streckte beide Arme in die Luft, umarmte Caddie Steve Williams und kassierte Küsschen von seiner Frau Elin sowie - erstmals - seiner zwei Monate alten Tochter Sam Alexis, die wie ihr Vater in Rot gekleidet war.

Vergangenes Jahr war Woods bei seinem British-Open-Triumph wegen des Todes seines Vaters noch in Tränen ausgebrochen, diesmal gab es nur noch Jubel. "Es ist so speziell, wenn du deine Familie dabei hast. Bisher waren es stets meine Eltern, jetzt sind es Elin und meine Tochter. Das macht diesen Sieg noch spezieller als die anderen Majors", sagte der gerührte Sieger, der zum bereits vierten Mal bei der PGA Championship gewann und 1,26 Mio. Dollar kassierte. Am zweiten Tag hätte Woods fast auch noch einen Allzeit-Rundenrekord erzielt, sein Birdie-Putt zur 62 lippte aber aus.

Damit hat Woods, der auf ein Jahres-Salär von 80 Mio. Dollar geschätzt wird, einmal mehr seine Extraklasse im Profigolf unter Beweis gestellt. "Nur ein Jahr mit einem Major-Titel ist ein wirklich gutes Jahr", hatte sich Woods zuvor selbst unter Druck gebracht. Beim US Masters (hinter Zach Johnson) und am US Open (hinter Angel Cabrera) war er Zweiter geworden, die letzte Chance der Saison aber nutzte er.

In seinen nunmehr elf vollen Jahren als Profi hat Woods nur 1998, 2003 und 2004 nicht mindestens eines der vier Grand-Slam-Turniere gewonnen. 2001 schaffte er den "Tiger Slam", als er als einziger Golfer alle vier Majors gleichzeitig hielt. Woods machte vor allem seine Konstanz verantwortlich für diesen Triumph jetzt. "Ich habe meine Erwartungen wirklich übertroffen."

Woods' oberstes Ziel bleibt der Rekord der Rekorde: die 18 Major-Titel. Im Vergleich mit Nicklaus hat Woods vier Jahre "Vorsprung". Bei seinem 13. großen Sieg im Jahr 1975 war Nicklaus 35 Jahre alt gewesen, Woods ist erst 31.

Woods gab zu, dass er gegen Ende der Schlussrunde eine enorme Belastung spürte. "Es war, als ob ich das Momentum an Ernie (Els, Anm.) und Woody weitergegeben hätte. Als ich zum 15. Abschlag ging, musste ich mich selber ernsthaft anschreien." Das Birdie am 15. Loch war auch für ihn der entscheidende Moment. "Als ich diesen Putt versenkt hatte, fühlte ich mich großartig. Ich hatte die Kontrolle über das Turnier zurückgewonnen."

Einen großartigen US-Einstand hatte bei der PGA Championship der Österreicher Markus Brier. Der 39-jährige Wiener, der als erster Österreicher überhaupt zu einem US-Major eingeladen worden war, führte nach 12 Löchern das Feld sensationell an, stürzte dann aber regelrecht ab. Nach dem ersten Tag noch auf Platz sechs liegend, verpasste Brier als 73. den Cut um einen Schlag.
(apa/red)