Tierversuche in EU künftig eingeschränkt:
Alternative Testverfahren werden bevorzugt

Medizin: Zahl der Tiere so gering wie möglich halten Tierschützer sehen kaum Verbesserung in der Praxis

Tierversuche in EU künftig eingeschränkt:
Alternative Testverfahren werden bevorzugt © Bild: Corbis/Grill

Tierversuche werden in der Europäischen Union künftig eingeschränkt. Die Europaabgeordneten in Straßburg billigten eine Novelle einer EU-Richtlinie, wonach Tierversuche durch alternative, genehmigte Testverfahren ersetzt werden müssen, wenn dies möglich ist. Tierschutz-Organisationen und die Grünen beklagten dennoch, dass die Richtlinie in der Praxis kaum Verbesserungen bringen würde.

Die EU-Staaten müssen dem Kompromiss noch zustimmen, dies gilt aber als sicher. Die Richtlinie kann dann in zwei Jahren in Kraft treten. Sollten Tierversuche in der medizinischen Forschung nötig sein, muss die Zahl der verwendeten Tiere so gering wie möglich gehalten werden, erklärte die zuständige Verhandlerin im EU-Parlament, die deutsche CDU-Europaabgeordnete Jeggle.

Zugleich lege die neue EU-Richtlinie umfassende Bestimmungen zum Schutz von Versuchstieren fest. So müssten etwa alle Züchter, Anbieter und Verwender über eine angemessene Ausbildung verfügen und bei den zuständigen nationalen Behörden eine Zulassung beantragen. "Bei Nichtbeachtung der Vorschriften kann die Zulassung wieder entzogen werden. Um die Einhaltung der Vorschriften zu gewähren, müssen die Mitgliedstaaten regelmäßige Kontrollen durchführen", erklärte Jeggle.

"Das ist ein Durchbruch für den Tierschutz und zugleich eine gute Balance zwischen dem Schutz der Versuchstiere und dem Erhalt des Forschungsstandorts Europa", betonte die EU-Abgeordnete.

In Österreich wurden im Vorjahr 207.738 Versuchstiere verwendet, 2008 waren es noch 220.456. Das entspricht einem Rückgang um rund 5,8 Prozent, so die entsprechende Statistik des Wissenschaftsministeriums. In den vergangenen Jahren waren die Zahlen noch stetig gestiegen.

(apa/red)