Tierschutz im Urlaub von

Vermeiden Sie Leid!

Tierschutz im Urlaub - Vermeiden Sie Leid! © Bild: News/Ian Ehm

Der Philosoph Friedrich Nietzsche konnte den Anblick nicht ertragen: Ein Kutscher prügelte so heftig auf seinen Droschkengaul ein, dass Nietzsche dem Tier die Arme um dessen Hals schlang und es nicht mehr loslassen wollte. Das war in Turin anno 1889. Ob es sich tatsächlich so zugetragen hat, wie der italienische Journalist Ugo Pavia berichtete, ist nicht sicher.

Wahr aber ist, dass sich an der prinzipiellen Situation der armen Kutschengäule bis heute wenig geändert hat. Gleich, ob in Städten, Fischerdörfen, an idyllischen Stränden oder fernen Destinationen wie Bali oder Thailand: Das Tier ist und bleibt Mittel zum Gelderwerb. Egal, ob Pferd, Esel, Maultier, Kamel oder Elefant und vor allem egal, ob es ihrer Natur entspricht, ob sie Hunger und Durst leiden oder jeden Moment vor Erschöpfung zusammenbrechen: Sie müssen vor den Wagen oder unter den Sattel, werden ausgebeutet und gequält.

Jeder von uns kann das Leid, das man Tieren zufügt, auch auf Reisen verhindern. "Tierschutz ist auch im Urlaub möglich. Man muss nur aufmerksam sein", sagt Oliver Bayer, Sprecher des Wiener Tierschutzvereins. Mag es noch so verlockend sein, auf dem Rücken eines Esels abgelegene Regionen Marokkos oder Tunesiens zu erkunden: Man sollte zunächst einmal prüfen, ob die Tiere, die zum Ausritt angeboten werden, ordentlich gehalten sind.

Nicht minder schlimm als den Huftieren ergeht es Elefanten in Bali und Thailand. Noch Ende des 19. Jahrhunderts gab es dort mehr als hunderttausend dieser Spezies. In den vergangenen Jahren aber wurden gerade noch mehr als 4.500 gezählt. Die Hälfte von ihnen lebt in Gefangenschaft, denn Elefanten sind eine beliebte Touristenattraktion. Ritte auf den mehr als drei Meter hohen Rücken der Dickhäuter gelten für viele als Mutprobe. Das entspricht allerdings nicht den Tatsachen: Die Tiere werden mit schweren Eisenketten, Stangen und Elektroschocks so lange gequält, bis sie total gebrochen sind. Elefantenmütter werden getötet, um die kleinen Nachkommen zum Gaudium für Touristen in Hotelanlagen verbringen zu können. Zuvor aber wird den Babyelefanten von Mahouts, so nennt man die auf derlei Torturen spezialisierten Trainer, qualvoll mit Eisenketten, Spitzenstöcken und Messerstichen der Wille gebrochen.

Ob Pferd, Esel, Maultier oder Elefant, ob in Italien, Marokko, Thailand oder sonstwo auf der Welt - mieten Sie keine Tiere! Nur so können Sie Leid vermeiden. www.vier-pfoten.at wiener-tierschutzverein.org

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