Tiergarten Schönbrunn von

Sturz ins Leben

"Hoher" Nachwuchs fällt bei Geburt ganze zwei Meter in die Tiefe

  • Bild 1 von 9 © Bild: Tiergarten Schönbrunn/Norbert Potensky

    Giraffen-Baby

    Die stolzen Eltern von "Arusha" kümmern sich rührend um ihren "kleinen" Nachwuchs.

  • Bild 2 von 9 © Bild: Tiergarten Schönbrunn/Norbert Potensky

    Giraffen-Baby

    Der neue Bewohner des Zoos ist derzeit die Attraktion schlechthin für alle Besucher.

Rund 1,70 Meter hoch ist der jüngste Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn, seine Beine wirken endlos lang. Nach etwa 15 Monaten Tragzeit brachte Giraffendame Rita vor den Augen zahlreicher Besucher ihr erstes Jungtier zur Welt. Noch ist das Geschlecht des Nachwuchses unbekannt. Seine Pfleger gaben ihm aber bereits den Namen Arusha. "Da das Giraffenweibchen sein Junges im Stehen zur Welt bringt, plumpst es bei der Geburt aus fast zwei Metern Höhe auf den Boden", so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Kurz nach seinem "Sturz ins Leben" unternahm Arusha auf zittrigen Beinen die ersten Stehversuche.

Am Nachmittag stolzierte die Mini-Giraffe schon trittsicher an der Seite ihrer Mutter durch die Anlage. Das etwa 60 Kilogramm schwere Jungtier sieht wie die Miniaturausgabe einer erwachsenen Giraffe aus: lange, schlaksige Beine, beige-braun gemustertes Fell und riesige Augen mit langen Wimpern. Die Fellzeichnung macht aber jede Giraffe einzigartig, denn diese ist unverwechselbar wie ein Fingerabdruck. „Die ersten acht bis 12 Monate wird das Jungtier gesäugt. Bereits nach wenigen Wochen fängt es an, Blätter und Heu zu knabbern“, so Schratter.

Die Giraffenherde im Tiergarten zählt zu den seltenen Rothschildgiraffen, von denen es in den Savannen Afrikas nur noch rund 2.500 Tiere gibt. Aus diesem Grund sind der Schutz und die Nachzucht dieser bedrohten Tierart besonders wichtig. 2007 gab es in Schönbrunn den letzten Giraffennachwuchs. Die Tradition, Giraffen zu halten, geht im Tiergarten bereits auf das Jahr 1828 zurück. In diesem Jahr kam die erste Giraffe als Geschenk des Vizekönigs von Ägypten an den österreichischen Kaiser nach Wien und war eine große Sensation.

Kommentare

Tiergarten Schönbrunn belügt die Öffentlichkeit Der Tiergarten Schönbrunn täuscht der Öffentlichkeit mit der Giraffen-Geburt einen Artenschutzbeitrag vor. Denn die neugeborene Giraffe ARUSHA im Zoo von Wien ist nach Angaben des ÖTV keinesfalls, wie Schönbrunn behauptet, eine echte Rothschildgiraffe und damit auch keine wichtige Nachzucht dieser bedrohten Tierart. Vielmehr sei das Baby eine unbekannte Hybrid-Unterart, die so in der Natur nie vorkommt und vom Erhaltungszuchtprogramm nicht erwünscht ist.
„Mutter Rita und deren Mutter Karla werden im Giraffenzuchtbuch als unbekannte Unterartenspezies und Vater Kimbar als Hybrid geführt. Somit hält Schönbrunn keine echten Rothschildgiraffen. Wahrscheinlich wird Arusha auch auf dem Abstellgleis des Zoo Sosto landen, wie das Wiener Hybrid-Giraffenbaby Liesl 2006.
zoo-kritik.de

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