Tiergarten Schönbrunn von

Kugelrundes Gürteltierkind

Klein, rund und steinhart: Erste Fotos vom ungewöhnlichsten Nachwuchs im Wiener Zoo

Gürteltier-Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn © Bild: Daniel Zupanc

Seit 14. August lebt der kleine, männliche Kugelgürteltier-Nachwuchs hinter den Kulissen des Tiergarten Schönbrunn. Nun wurde das Tier mit dem steinharten Panzer erstmals fotografiert.

Bei der Geburt am 14. August war das Gürteltier etwas kleiner als ein Tennisball und rund 90 Gramm schwer. Um eine ungestörte Aufzucht zu ermöglichen, wächst das Jungtier mit seiner Mutter hinter den Kulissen auf und wurde erst jetzt erstmals fotografiert. Kugelgürteltiere sind bei der Geburt blind, können aber schon nach wenigen Stunden laufen und orientieren sich dabei mit ihren Tasthaaren und ihrem Geruchssinn. Ihr Panzer ist anfangs noch ganz weich, wird aber innerhalb weniger Wochen hart.

Panzerabwehr

Gürteltier-Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn
© Daniel Zupanc

Wie seine Eltern kann sich auch das Kleine zu einer Kugel zusammenrollen. „Kugelgürteltiere rollen sich bei Gefahr so ein, dass die weiche Unterseite geschützt ist. Dabei passen Schulter- und Hüftplatten genau aneinander. Kopf- und Schwanzschild verschließen die Lücken. Für Feinde ist es fast unmöglich, die gepanzerte Kugel zu knacken“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter.

Bedrohte Tierart

Die Heimat der Kugelgürteltiere ist das mittlere Südamerika. Hier bewohnen sie offene Landschaften und trockene Wälder. Der Panzer bietet ihnen auch einen guten Schutz gegen die Hitze. Kugelgürteltiere sind vorwiegend dämmerungsaktiv und suchen mit Hilfe ihres guten Geruchssinns am Boden nach ihrer Leibspeise: Termiten, Ameisen und andere Insekten. Der Nachwuchs im Tiergarten wird noch gesäugt, nascht aber auch bereits an der Futterschüssel seiner Mutter mit. Im Wiener Zoo wird die bedrohte Tierart erfolgreich gezüchtet. Seit 2007 sind bereits sechs Jungtiere aufgewachsen.

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