Tiere im Urlaub von

Einfach mitnehmen?

Tiere im Urlaub - Einfach mitnehmen? © Bild: News/Ian Ehm

Erfahrene Katzenhalter wissen es: Feline Wesen wählen ihre menschlichen Gefährten oft selbst - wie die grau-weiß getigerte Isolde aus der Toskana. In ihrem Revier lag ein Anwesen, das in den Sommermonaten an Urlauber vermietet wird. An einem Wiener Ehepaar, das für zwei Monate eingemietet war, hatte die Katze Gefallen gefunden. Täglich nahm sie bereits in den frühen Morgenstunden ihren Platz auf der Terrasse ein, gesellte sich zu den freundlichen Leuten am Frühstückstisch, zog ihre Runden durchs Haus und nächtigte gar auf dem Sofa im Wohnzimmer. Nach wenigen Tagen war sie Teil der Familie.

Isolde hatte die richtige Wahl getroffen. Die Wiener waren mit dem Auto angereist und wussten, was zu tun ist. Sie erkundigten sich nach dem Besitzer der Katze. Als kein Zweifel bestand, dass sie ganz auf sich gestellt war, trafen sie die nötigen Vorkehrungen für ihre Ausreise. Man erstand einen Transportkorb und testete, ob sie längere Autofahrten verträgt. Als das geklärt war, wurde die Katze beim örtlichen Tierarzt kastriert, geimpft und per Chip im Nacken in einer internationalen Haustierdatenbank registriert. Ihr neues Wiener Zuhause, ein Haus mit Garten, hat sie akzeptiert.

Fälle wie jener von Isolde sind rar. Wer per Flugzeug an seinen Urlaubsort reist, sollte sehr gut überlegen, ob er eine Katze oder einen Hund wirklich rettet, wenn er das Tier in eine aus subjektiver Sicht bessere Welt bringt.

© iStockphoto.com/NI QIN Streunerkatzen: Mitnehmen ist nicht immer das Beste

Die meisten Tiere aus dem Ausland müssen in Quarantäne, bevor sie einreisen dürfen. In engen Käfigen müssen Hunde und Katzen, die durch Transport und Ortswechsel ohnehin schon verstört sind, oft wochenlang verharren. Manche, wenn sie aus nichteuropäischen Ländern kommen, können sogar wieder zurückgeschickt werden.

Erreichen die Hunde und Katzen endlich ihren Bestimmungsort, brauchen sie sehr viel Zeit, um sich an das ungewohnte Ambiente zu gewöhnen. Nur wenige finden sich in der neuen Umgebung zurecht. Ihre Retter verstehen oft nicht, dass jener Hund, der ihnen noch vor wenigen Wochen in Griechenland nicht von der Seite gewichen ist, völlig verängstigt auf Distanz bleibt.

Wer einem Tier in Not helfen will, sollte alle Möglichkeiten vor Ort recherchieren, wie er das tun kann. Erst wenn eindeutig geklärt ist, dass ein Hund oder eine Katze nur eine Chance hat, zu überleben, wenn er an einen besseren Ort gebracht wird, sollte man die Mitnahme planen. So einfach wie bei Isolde ist sie für Mensch und Tier nicht immer.

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