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Pferde:
Züchten mit Maß

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Züchten mit Maß © Bild: News/Ian Ehm

500 Haflinger werden pro Jahr in Österreich geboren. Das sind zu viele, weiß ein Pferdehändler aus Deutschland, der nicht namentlich genannt werden will.

Keine Frage, ein Haflingerfohlen ist eine Attraktion für jeden Urlauber auf einem Bauernhof. Niedlich ist es anzusehen, wenn es tollpatschig an der Seite seiner Mutter über die Alm stakst und seine ersten Sprünge wagt. Was aber, wenn das Pferdekind ein Hengst ist? Was, wenn die Farbe seines Fells oder seine Größe nicht auf den Zentimeter genau den Vorgaben entspricht, die er als Stammhalter seiner Rasse erfüllen muss? Das Schicksal dieses kleinen Wesens ist oft schon wenige Stunden nach seiner Geburt besiegelt: Seine Destination ist der Schlachthof.

500 Haflinger werden pro Jahr in Österreich geboren. Das sind zu viele, weiß ein Pferdehändler aus Deutschland, der nicht namentlich genannt werden will. Regelmäßig besucht er Fohlenauktionen in Salzburg und Oberösterreich, um seine Klientel mit Freizeitpferden zu versorgen.

"Oft werden in 45 Minuten bis zu 50 Fohlen verramscht. Das sind Zustände, wie wir sie in Deutschland seit 25 Jahren nicht mehr hatten", erzählt der Händler. Für ihn ist nicht nachvollziehbar, weshalb man Hengstfohlen zum Fleischpreis von 2,60 Euro in den Tod schickt: In Deutschland sind männliche Pferde gefragt. Sind sie kastriert wären sie optimal zu Therapiezwecken einsetzbar. Noch schlimmer ergeht es den Norikerfohlen: Diese Rasse hat noch strengere Zuchtbedingungen zu erfüllen. Durch ihr Gewicht sind sie bei Schlachtern gefragt. 27 Fohlen konnte die österreichische Tierschutzorganisation Animal Spirit dieses Jahr vor dem Schlimmsten bewahren. Das ist nicht genug. Besser wäre es, mit Maß zu züchten und die Transporte zu den Schlachthöfen im Ausland zu stoppen.

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