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Kühe: Mehr als Nutztiere

Tiere - Kühe: Mehr als Nutztiere © Bild: News/Ian Ehm

Vor wenigen Tagen wurden in einem Stall der Kärntner Gemeinde Hüttenberg im Bezirk St. Veit drei Kühe tot aufgefunden. Die Kadaver waren bis auf die Knochen abgemagert. Gegen den Halter wird wegen Tierquälerei ermittelt. Er ließ seine Tiere angeblich verhungern. Der Bauer behauptet, die Rinder seien an einem Stromschlag gestorben. Und der diensthabende Landesveterinär Holger Remer konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden: Er ist beurlaubt.

"Durch diesen bedauerlichen Einzelfall dürfen die Tausenden Kärntner Bäuerinnen und Bauern, die täglich um das Wohl ihrer Tiere bemüht sind, nicht in Misskredit geraten", warnt der Kärntner Landwirtschaftskammerpräsident Johann Mößler. Für die Tierschutzorganisationen Vier Pfoten und Pfotenhilfe ist der Fall indes Anlass genug, schärfere Kon trollen auf Österreichs Bauernhöfen zu fordern. Denn Tierheime und Tierschutzhöfe werden jährlich überprüft. Dass das auf Bauernhöfen unterlassen wird, wollen Johanna und Jürgen Stadler vom Tierschutzheim Lochen in Oberösterreich nicht einsehen.

Gemäß der Tierschutzverordnung müssen zwei Prozent aller Bauernhöfe einmal im Jahr geprüft werden. Und in 95 Prozent der von ihm kontrollierten landwirtschaftlichen Betriebe werden die Tiere ordentlich gehalten, sagt der Kärntner Amtstierarzt Josef Leitner.

Ebenso wichtig, wenn nicht noch wirksamer, wäre es indes, Bewusstsein für das Wesen der Tiere zu schaffen. Viele Bauern sind mit Tieren aufgewachsen. Für die meisten ist es selbstverständlich, den Hof von den Eltern zu übernehmen. Dass sie mit Tieren umgehen können, wird vorausgesetzt. Für viele aber sind Kühe und alle anderen Tiere, die in der Landwirtschaft zur Milch-und Fleischgewinnung eingesetzt werden, nicht mehr als Nutzobjekte. Dabei wird oft nicht bedacht, dass jedes Tier, egal, ob Schwein, Ziege, Schaf oder Kuh, ausgeprägte Gefühle hat. Und eben mehr als nur ein Nutztier ist, wie der Verhaltensforscher Peter Wohlleben in seinem Buch "Das Seelenleben der Tiere" erklärt.

Ein wirtschaftlich geführter Landwirtschaftsbetrieb aber lässt den Betreibern meist keine Zeit, sich auch in dieser Hinsicht um die Tiere zu kümmern. Diesen Zustand kann auch die beste Kontrolle nicht verbessern. Und daran sollte gearbeitet werden.

Nicht nur Tierschutzorganisationen und Regierungen sind gefordert, sondern wir alle.

www.vier-pfoten.at

www.pfotenhilfe.org

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