Zweimal überlegen von

Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke

Zahlreiche Zoohandlungen bieten Tiere in der Weihnachtszeit trotzdem bedenkenlos an

Babyhase © Bild: Thinkstock

Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum. Doch der Verein Pfotenhilfe hat im Zuge einer Recherche aufgedeckt, dass zahlreiche Zoohandlungen Tiere in der Weihnachtszeit bedenkenlos anbieten, ohne auf die Gefahr von unüberlegten Geschenkkäufen hinzuweisen. Zudem werden die Kunden über geltende gesetzliche Bestimmungen und nicht zuletzt die oft hohen Haltungsanforderungen im Dunkeln gelassen.

Es gibt aber auch Lichtblicke: Die Zoofachhandelskette Fressnapf weist in diesem Jahr explizit auf das Thema hin und verzichtet in der Woche vor Weihnachten gänzlich auf den Verkauf von Kleintieren. In Kooperation mit dem Verein Pfotenhilfe werden Verbraucher im Rahmen einer Social-Media-Kampagne aufgefordert, den Gabentisch tierfreundlich zu gestalten.

Nach Weihnachten zurück in den Zoo

Die Anschaffung eines Tieres sollte reiflich überlegt sein. Vor allem aber ist es wichtig, sich ausgiebig darüber zu informieren, welche Tierart sich als neues Familienmitglied eignet, wie hoch die Lebenserwartung ist, welche Kosten anfallen und welche Bedürfnisse das Tier hat. Dass diese entscheidenden Fragen meist offen bleiben, weiß man bei der Pfotenhilfe aus eigener Erfahrung: Gerade nach Weihnachten werden zahlreiche Kaninchen und Meerschweinchen, aber auch Katzen und Hunde von überforderten Neu-Tierhaltern abgegeben.

Geschäftsführerin Johanna Stadler will nun die Anbieter in die Pflicht nehmen: "Es ist ein Unding, dass etliche Zoohandlungen die Tiere ohne jeden Hinweis auf das Problem der Weihnachtseinkäufe anbieten. Dass etwa Kaninchen schon per Gesetz nicht einzeln gehalten werden dürfen, wird genauso verschwiegen wie die Tatsache, dass sie schlichtweg nicht als Streicheltiere geeignet sind. Da ist die Frustration bei den Haltern vorprogrammiert - erst recht wenn sie das Tier ungefragt geschenkt bekommen." Besonders Kinder versprechen sich von Kleintieren oft etwas, das nicht der Realität entspricht, und sind am Ende enttäuscht. Hier sind auch Eltern gefordert, einen Tierwunsch gemeinsam anzugehen anstatt ein schnelles Geschenk zu suchen!

Handelsketten fallen unangenehm auf

Handelsketten wie Mega Zoo und Dehner fallen beim Verkauf von Heimtieren zur Weihnachtszeit besonders negativ auf. Bei Cats & Pets werden sogar Hundewelpen und Katzen feilgeboten, was wieder zahllose vernachlässigte und ungewollte Heimtiere zur Folge haben wird, die in absehbarer Zeit im Tierheim landen. Umso lobenswerter ist es, dass sich Fressnapf aus dem Geschäft mit dem Tierleid ausgeklinkt hat und ausdrücklich auf den Missstand hinweist.

Wer ein Heimtier möchte, hat über die Weihnachtsfeiertage eine ideale Gelegenheit, die Anschaffung im Familienkreis zu besprechen und sich in aller Ruhe zu informieren. Das Leben mit Tieren kann etwas sehr Bereicherndes und Schönes sein, allerdings nur, wenn vorher genau geklärt ist, wer über die zu erwartende Lebenszeit des neuen Bewohners die Verantwortung trägt. Vermeintliche Streicheltiere wie Meerschweinchen und Kaninchen, die an Menschen wenig interessiert sind, lösen oft Frustration aus - zum Leidwesen der Tiere. Wer sich vorher informiert und eine gereifte Entscheidung trifft, kann dies vermeiden.

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