Tibeter laut Dalai Lama in "großer Gefahr":
Vertrauen in chinesische Behörden verloren

Spannungen erreichten im März ihren Höhepunkt Bei blutigen Unruhen starben mehr als 200 Menschen

Tibeter laut Dalai Lama in "großer Gefahr":
Vertrauen in chinesische Behörden verloren © Bild: AP/Bhatia

Die Menschen in Tibet sind nach Ansicht des Dalai Lama in "großer Gefahr". Er habe das Vertrauen in die chinesischen Behörden verloren, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter bei einer Versammlung von mehr als tausend Exil-Tibetern im nordindischen Dharamsala. Wenn die Tibeter nicht aufpassten, seien sie innerhalb der nächsten 20 Jahre in Gefahr. "Wir müssen versuchen, innovative Wege zum Erhalt des tibetischen Volkes zu finden", sagte der Dalai Lama.

Der Dalai Lama äußerte sich zum Abschluss eines einwöchigen Treffens einflussreicher Exil-Tibeter in Dharamsala. Dabei hatte die Mehrheit dem bisherigen Kompromisskurs des Dalai Lama gegenüber China Unterstützung zugesagt. Es gab aber auch zahlreiche Vertreter, die eine "Politik der völligen Unabhängigkeit" forderten, wenn China in naher Zukunft keine Zugeständnisse mache.

Der Dalai Lama setzt sich seit seiner Flucht ins Exil im Jahr 1959 für eine "bedeutsame Autonomie" der Himalaya-Region ein. Peking wirft ihm vor, die vollständige Unabhängigkeit Tibets anzustreben. Die Spannungen zwischen der chinesischen Regierung und Tibetern hatten im März einen Höhepunkt erreicht, als es nach friedlichen Protesten von Mönchen zum Jahrestag des Aufstands gegen die Chinesen 1959 zu blutigen Unruhen kam. Bei der Niederschlagung der anti-chinesischen Proteste starben nach Angaben der tibetischen Exilregierung mehr als 200 Menschen.

(apa/red)