Thomas Pöck lässt Broadway hinter sich:
Chance auf Einsätze bei Islanders größer

Kärntner NHL-Profi fühlt sich auf Long Island heimisch Bei New York Rangers spielte Pöck den Bankdrücker

Thomas Pöck lässt Broadway hinter sich:
Chance auf Einsätze bei Islanders größer
© Bild: APA/Fohringer

Den Glamour auf dem Broadway von Manhattan hat Thomas Pöck hinter sich gelassen. Auf Long Island fühlt sich der Kärntner Eishockey-Profi jetzt heimisch, nachdem ihn die New York Islanders Ende September von den New York Rangers verpflichtet haben. Die Chancen auf Einsätze in der NHL sind damit gestiegen, kein Wunder, lagen sie doch davor nahe null. Und auch wenn sich der 26-jährige Verteidiger eines Stammplatzes keineswegs sicher sein kann, strahlt er große Zufriedenheit aus.

"Was ich in den acht Jahren hier gelernt habe ist, dass du nur Sachen in deinem persönlichen Umfeld kontrollieren kannst. Also dass du gut vorbereitet bist, dass du ein gutes Camp machst. Der Rest ist das Geschäft hier", hatte Pöck unmittelbar vor der Saisonvorbereitung erklärt.

Nassau-Coliseum statt Madison Square Garden
Die Erfahrung gab ihm recht. Drei Wochen später hatte der Kärntner den bekanntesten Eishockey-Club der Welt verlassen. Statt Madison Square Garden direkt am Broadway, in dem die Fans bei den Heimspielen der Rangers toben, heißt seine neue Heimstätte Nassau-Coliseum, eines der ältesten Stadien der NHL, in dem die Islanders-Fans selbst bei der erfolgreichen Saison-Heimpremiere (5:2 gegen St. Louis Blues) nur selten mehr als höflich applaudiert haben.

Dennoch ist Pöck erleichtert, immerhin ist er seinem Traum von regelmäßigen Einsätzen in der NHL einen Schritt näher gekommen. Auch das Umfeld empfindet er angenehmer. "Die Trainer kommen öfter zu dir und reden mehr mit dir, sie wollen dir weiterhelfen", so Pöck. Und "sie geben dir ein bisschen mehr Spielraum".

Debüt für Islanders
So hatte er in seinem Debüt für die Islanders keine speziellen Aufgaben. Nur die allgemeine Vorgabe, auf das Tempo zu drücken. "Sie erwarten, dass wir das Spiel von hinten heraus schnell machen." Das setzte er gut um, auch wenn er zuletzt keine Routine auf diesem Niveau sammeln konnte. Aus der Vorsaison steht nur eine NHL-Partie zu Buche. "Und die hätten sie (Anm.: die Rangers) sich sparen können. Da haben sie mich zwei Wochen trainieren lassen, dass ich meine Füße nicht mehr gespürt habe, und dann haben sie mich gegen die Toplinie spielen lassen", kann er sich einen Seitenhieb auf die Rangers nicht verkneifen.

Pöck konzentriert sich auf Defensive
Pöck stellt daher auch seine Stärke, das Offensivspiel, hinten an. "Ich habe persönlich nur auf die Defensive geschaut. Wenn ich zwei Jahre NHL spiele, kann ich mich auch auf das Toreschießen konzentrieren", meinte er. Dennoch gab ihm Trainer Scott Gordon die Chance, im Powerplay zu spielen, was noch nicht optimal geklappt hat. "Das habe ich in den vier Jahren bei den anderen gar nicht gespielt. Wir hatten noch keine Zeit, gemeinsam Powerplay zu trainieren. Wir spielen ein anderes System, das dauert noch. Es ist eine Frage der Zeit", weiß Pöck.

Er hofft, dass er auch künftig dazu kommt. Denn die Islanders haben insgesamt neun Verteidiger im NHL-Kader, nur sechs können auflaufen. Im ersten Spiel saß Pöck auf der Tribüne, im zweiten der 22-jährige Jack Hillen.

(apa/red)