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Thomas Krankl kandidiert
als OSV-Präsident

Wenige Stunden vor Verbandstag meldet sich ein erster Konkurrent zu Stefan Miklauz

Schwimmen Feature © Bild: GEPA pictures/ Philipp Brem

Anders als beim abgebrochenen außerordentlichen Verbandstag am 7. Dezember in Wien wird es OSV-Kandidat Stefan Miklauz am Samstag (11.30 Uhr) beim Verbandstag des nationalen Schwimmverbandes in Wels mit einem Gegenkandidaten zu tun bekommen. Anwalt und Ex-Schwimmer Thomas Krankl kündigte am Freitag gegenüber der APA an, sich im Fall der Wahl dieser zu stellen.

"Ich will den Delegierten eine Alternative zum einzigen Kandidaten geben", erklärte Krankl. "Bevor die Leute keine Alternative haben, können sie mich wählen." Der 50-Jährige würde auch mit konkreten Vorstellungen in das Amt gehen. "Man braucht im OSV jetzt eine Persönlichkeit, die nicht davor zurückschreckt, Ersatzansprüche gegen frühere Leute des Verbandes zu stellen."

Krankl wäre damit eine Garantie dafür, dass Malversationen aus der OSV-Vergangenheit aufgearbeitet würden. Er gab aber auch bekannt, sich im Fall der OSV-Präsidentschaft stark in die sportliche Richtung zu engagieren. "Mir fehlt derzeit total die sportliche Zukunftsplanung im OSV, was man in 10 oder 20 Jahren erreichen will." Krankl hat im Gegensatz zu Miklauz auch eine eigene Schwimm-Vergangenheit.

Krankl kommt aus dem Schwimmlager

Der ehemalige Brustlagen-Spezialist war in den Achtzigern immerhin Vizestaatsmeister über 100 und 200 m, hat etliche Staatsmeistertitel in Jugend- und bei den Senioren in Masters-Klassen gewonnen. Aktuell startet er bei den "Vienna Oldies", bei diesem Wiener Verein ist er zudem stellvertretender Obmann. Bei den nationalen Hallen-Meisterschaften der allgemeinen Klasse ist der Jurist noch 2006 als damals 42-Jähriger mitgeschwommen.

Krankl hatte am Freitag nach seiner Spontan-Entscheidung keine eigene OSV-Vorstandsliste vorliegen, nannte aber einige Personen, mit denen er sich eine gute Zusammenarbeit vorstellen könnte. Allerdings wird er am Welser Messegelände nicht mit dem Ziel in die Sitzung gehen, diese als Präsident wieder zu verlassen. Denn der Wiener stellte unmissverständlich klar, dass er eigentlich gegen die Abhaltung des Verbandstags ist.

Task Force "wäre besser gewesen"

"Besser wäre es gewesen, eine 'Task Force' würde zuerst die einzelnen Probleme aufarbeiten. So etwas gehört total aufgearbeitet", erläuterte Krankl. "Man muss sich überlegen, wie man als Schwimm-Verband dastehen will. Aber wenn gewählt wird, werde ich ein Gegenkandidat sein, werden die Delegierten eine Alternative zu Herrn Miklauz haben."

Am Beginn des Verbandstags wird Krankl voraussichtlich ganz anders als ein angehender Präsident auftreten. Er nimmt als Delegierter von SC Austria Wien am Verbandstag teil, für den Jukic-Club hat er schon viele Gerichtsdispute mit dem OSV erfolgreich ausgefochten. Schon bei den ersten Punkten der Tagesordnung wird er laut seiner Andeutung wohl argumentieren, dass der Verbandstag nicht statutenkonform und daher abzubrechen sei.

Klug als oberster Prüfer

Sportminister Gerald Klug wird am Samstag aus der Ferne interessierter Beobachter des Verbandstagssein. Gegenüber der APA -stellte der Politiker klar, wie er die Lage im kriselnden Fachverband sieht und welche Maßnahmen er diesbezüglich ergriffen hat. In diesem Konnex waren zuletzt mehrere parlamentarische Anfragen an ihn gerichtet.

"Sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe um Scheinrechnungen habe ich eine interne Revision im Ministerium angeordnet, um das zu prüfen", erklärte Klug in Bezug auf im Dezember aufgetauchte Malversationen. Der OSV hatte da aufgrund von Rechnungsfälschungen des Ex-Finanzreferenten zu Unrecht bezogene Förderungen für die Jahre 2011 und 2012 an das Sportministerium zurückgezahlt.

Mehr Kontrolle gefordert

Schließlich hätten sich laut Klug die Vorwürfe bestätigt. "Da habe ich eine umfangreiche Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Das hat aber auch bestätigt, dass es richtig ist, das Kontrollsystem der Sportförderung auf neue Beine zu stellen. Es muss ein starkes Augenmerk auf die inhaltliche Kontrolle geben."

Der OSV erhalte viele öffentliche Gelder, aus dem Sportressort sei es eine Million Euro jährlich. Aufgrund der Vorkommnisse lässt Klug dieses Geld 2014 jedoch nicht zur Gänze fließen. "Wir haben heuer erstmalig 100.000 Euro zurückgehalten, bis die Dinge geklärt sind", stellte er dar. "Ich beobachte die Geldflüsse sehr genau. Wenn es keine rechtskonforme Struktur geben sollte, wird es weitere Konsequenzen geben."

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