Thomas Glavinic von

"Es war die Hölle"

Der Austro-Autor im Talk über Yoga, seine Schulzeit und Wallfahrten

Thomas Glavinic - "Es war die Hölle" © Bild: APA

Mittagszeit im vierten Wiener Gemeindebezirk. Wir warten auf Autor Thomas Glavinic, der uns fürs Interview ins Cafe Amacord beim Naschmarkt bestellt hat. Der Steirer scheint ein oft gesehener Gast zu sein, denn der Kellner nickt freundlich, als er den Namen hört: „Ach der Thomas, ja klar“, meint er mit einem Lächeln, als wir ihm ankündigen, dass hier gleich gefilmt wird. Man freut sich, denn eine entspannte Atmosphäre schadet ja nie. Die Melange ist bereits zur Hälfte ausgetrunken, als der Schriftsteller etwas außer Atem ins Lokal stürmt. Er käme gerade vom Yoga auf der anderen Seite der Stadt und tja…der Verkehr eben. Und damit serviert er natürlich gleich eine Auflage zum Gesprächsauftakt…

NEWS.AT: Seit wann macht Thomas Glavinic Yoga?
Thomas Glavinic: Seit einer Woche und sagen wir so: Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das mit mir und Yoga noch was werden könnte.

NEWS.AT: Gut, dann sprechen wir doch lieber über dein Buch „Unterwegs im Namen des Herren“: Wie kommt man, als Nicht-Gläubiger, als der du dich outest, darauf, eine Pilgerreise zu machen?
Thomas Glavinic: Das ist eine berechtigte Frage und ich kann sie nicht beantworten. Wenn ich mir das jetzt recht überlege, frage ich mich auch, warum. Ich war damals relativ naiv und neugierig. Ich habe mal eine Reportage gesehen und es erschien mir dermaßen bizarr, dass ich mir dachte, das könnte gar nicht so uninteressant sein und vielleicht sind diese Leute schon wieder so seltsam, dass sie zu meiner Seltsamkeit passen.

NEWS.AT: Dem war aber nicht so?
Thomas Glavinic: Man kann sich täuschen.

NEWS.AT: Würdest du wieder pilgern?
Thomas Glavinic: Es war die Hölle…also nein.

NEWS.AT: Wallfahrten ist ja ein großes Thema in letzter Zeit. Es gibt Bücher (Hape Kerkeling) und Filme („Lourdes“, Jessica Hausner). Ist das jetzt in? Muss man das machen?
Thomas Glavinic: Dass es da so viele Pilger-Bücher gibt, war mir überhaupt nicht bekannt. Und ich werde auch ganz bestimmt keine mehr lesen.

Bin enttäuscht worden

NEWS.AT: Kein Interesse an dem, was die anderen erlebt haben?
Thomas Glavinic: Nein, überhaupt nicht. Ich habe das ja für mich gemacht. Aber ich bin eben enttäuscht worden – insofern, als dass ich da auf Menschen gestoßen bin, die in erster Linie ihren eigenen Heilsegoismus vor Augen haben. Die interessieren sich keinen Deut für andere Menschen, die interessieren sich nur für sich selbst.

NEWS.AT: Du sagtest einmal: „Ich lese doch keine Absonderungen irgendwelcher anonymer Wichte“ (Kleine Zeitung). Wie gehst du mit Kritiken um?
Thomas Glavinic: Bei der Aussage ging es um das, was anonyme User im Internet schreiben. Das lese ich nicht. Leute, die zu feig sind, mit ihrem Namen irgendwelche Positionen zu beziehen, sollen brav die FPÖ wählen und ansonsten in ihren Löchern bleiben, wo sie hingehören.

NEWS.AT: Und wie steht es mit Kritiken?
Thomas Glavinic: Ich habe sogar sehr oft was durch Kritiken über mein Schreiben erfahren – aber das waren positive Kritiken. In der Regel ist es so, dass negative Kritiken auch nichts besser machen in meinem Leben.

NEWS.AT: Wolltest du immer schon Schriftsteller werden?
Thomas Glavinic: Mit drei nicht… (lacht) …aber ich würde sagen, mit 17, 18 Jahren war mir klar: Ich bin Schriftsteller! Damals fragte unsere Italienischlehrerin nach Berufswünschen und bei mir wurde die Frage gar nicht gestellt, sondern sie sagte etwas süffisant lächelnd: „Na und der Thomas will Schriftsteller werden!“ Und ich habe mit der Inbrunst der Pubertät geantwortet: „Nein, ich will nicht Schriftsteller werden, ich BIN Schriftsteller.“

NEWS.AT: Hast du dieser Lehrerin dann dein erstes Buch zukommen lassen?
Thomas Glavinic: Ich gab einmal eine Lesung in meiner Schule. Sowas macht man einfach, wenn man das erste Buch veröffentlicht – den Triumphzug muss man auskosten (grinst) . Da sind dann plötzlich Leute freundlich gewesen zu mir, die mich in der Schule nur mit dem Arsch angesehen haben. Aber seither habe ich es vermieden, dahin zurückzukehren. Schulzeit war für mich die Hölle. Ich hatte das Glück, dass ich meine Entschuldigungen selbst schreiben konnte und ich hatte ein Auto. Das heißt, ich bin selten in der Schule gewesen.

Thomas Glavinic über seinen Lamborghini-Crash, E-Books und seine Ideen: Hier gehts weiter zum zweiten Teil des Interviews!

Kommentare

www.diewarnung.net 299. Jungfrau Maria: Vorläufiger Frieden in der Welt, falls sich die finsteren Seelen bekehren
Sonntag, 1. Januar 2012, 15:00 Uhr

Mein Kind, die Zeit ist nah, aber Meine Kinder müssen Geduld zeigen. Alles wird gemäß dem Heiligen Willen Meines Vaters verlaufen.

Kinder, ihr müsst begreifen, dass die Kräfte des Bösen in eurer Welt euren Glauben an Gott den Vater gefährden. Diese bösen Kräfte werden nicht gewinnen; denn sie haben keine Macht über Meinen Himmlischen Vater. Doch sie werden ihre Mitbrüder und Mitschwestern durch Mord, Krieg und Kontrolle quälen.

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Eure geliebte Mutter

Mutter der Erlösung

www.diewarnung.net

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