Thilo Sarrazin bleibt der SPD erhalten:
Parteiausschluss misslingt ein zweites Mal

Schiedskommission begnügt sich mit Erklärung Sorgte mit Integrationsthesen für großen Wirbel

Thilo Sarrazin bleibt der SPD erhalten:
Parteiausschluss misslingt ein zweites Mal © Bild: Reuters

Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin wird auch im zweiten Anlauf nicht aus der SPD ausgeschlossen. Man habe sich nach fünfstündiger Beratung gütlich auf Basis einer Erklärung von Sarrazin geeinigt, gab die Vorsitzende der Schiedskommission des Berliner Kreisverbandes Charlottenburg-Wilmersdorf, Sybille Uken, bekannt.

In der Erklärung versicherte der 66-Jährige, dass er weder Migranten diskriminieren noch sozialdemokratische Grundsätze verletzen wollte. Alle vier Antragsteller zogen daraufhin ihre Ausschlussanträge zurück. Es sei eine "konstruktive, respektvolle, ernsthafte und intensive Diskussion" mit allen Beteiligten geführt worden, betonte Uken. "Wir haben uns verständigt, uns als SPD nicht auseinanderdividieren zu lassen", sagte die Vorsitzende.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, die den Ausschlussantrag begründet hatte, lehnte danach jegliche Stellungnahme ab. Auch Sarrazin verzichtete auf jeden Kommentar.

Die SPD-Spitze hatte ihm gravierende Verstöße gegen Grundsätze der Sozialdemokratie vorgeworfen. Der Zwist hatte sich an Sarrazins Thesen zur Integrationspolitik und seinen Vererbungstheorien entzündet. Sarrazin beklagt in dem Buch "Deutschland schafft sich ab" die angeblich fehlende Integrationsbereitschaft von Muslimen. Für Empörung sorgten vor allem Sarrazins Bemerkungen über angeblich genetisch vorgegebene Intelligenzdefizite bei Migranten.

(apa/red)

Kommentare

Also... ...als "mißlungen" kann man den Parteiausschluß nicht bezeichnen,wenn die SPD ihn von sich aus zurückgezogen hat und wie ich finde zurecht,denn das schlimmste,das man tun kann ist, Leute wie Sarrazin zu dämonisieren, damit bringt man deren Anhänger nur in Wallung und läßt sie hysterisch werden.

Und nachdem Sarrazin\'s Thesen vom Deutschen Statistikamt bereits allesamt zerlegt wurden,rudert auch er zurück und "hat angeblich alles nicht so gemeint". Stellt sich mir die Frage,warum er diesen pseudowissenschaftlichen Unsinn dann überhaupt geschrieben hat.Finanzielle Gründe?

Naja,wie die Wahlen gezeigt haben,hat sich in Deutschland der Hype um Sarrazin wohl längst gelegt. Gut so. Es gibt wirklich Wichtigeres als einem Möchtegern-Wissenschafter moralische Weihen zu verleihen.

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