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Thiem musste sich nach Kampf Nadal im Madrid-Finale beugen

6:7,4:6-Niederlage in Neuauflage von Barcelona-Endspiel

Dominic Thiem muss weiter auf seinen ersten Triumph bei einem ATP-Masters-1000-Turnier warten. Der 23-jährige Niederösterreicher verlor am Sonntag im Finale von Madrid gegen den Spanier Rafael Nadal nach hartem Kampf 6:7(8),4:6. Der 14-fache Grand-Slam-Sieger gewann damit auch sein 15. Saisonspiel auf Sand und holte vor seinem Heimpublikum zum fünften Mal nach 2005, 2010, 2013 und 2014 den Titel.

Für Thiem war das Turnier trotzdem ein voller Erfolg, war er doch bei seinem 28. Antreten bei einem 1000er-Event erstmals ins Semifinale bzw. Endspiel vorgestoßen. Auf der Tour hält er nach nun 13 Final-Teilnahmen weiter bei acht Erfolgen, einer gelang 2017 (Rio de Janeiro). Neben einem satten Preisgeld von 511.740 Euro (brutto) bringen ihn vor allem die 600 ATP-Punkte weiter. Am Montag wird Österreichs Nummer eins in der Weltrangliste von Rang neun auf sieben klettern, sein Karrierehoch aus dem Juni 2016 ist damit eingestellt. Der Sechste Milos Raonic (CAN) ist zudem nur noch 145 Zähler entfernt.

Nadal war für Thiem zum zweiten Mal in Folge eine zu hohe Hürde. Im Vergleich zum 4:6,1:6 im Barcelona-Endspiel vor zwei Wochen stellte der ÖTV-Star den ehemaligen Weltranglisten-Ersten aber diesmal vor deutlich größere Probleme. Der routiniertere Nadal stellte trotzdem im Head-to-Head auf 4:1. Thiems vorerst einziger Erfolg gegen den 30-Jährigen bleibt jener im Buenos-Aires-Semifinale 2016. "Es war ein super, schönes Match, ein großartiger Kampf", sagte Thiem in einer ersten Reaktion auf dem Platz.

Thiem und Nadal lieferten einander vor 12.500 Zuschauern einen Fight auf absoluter Augenhöhe. Der Ranglisten-Neunte schaffte zum 2:1 mit seiner ersten Chance früh ein Break, Nadal gab mit dem Rebreak zum 3:3 aber bald eine Antwort. Bei 4:5 und 0:40 stand Thiem mit dem Rücken zur Wand, es erinnerte alles an das Barcelona-Duell, in dem Thiem auch zum 4:6 seinen Aufschlag verloren hatte. Der Lichtenwörther zeigte aber mentale Stärke, wehrte drei Satzbälle ab und rettete sich in der Folge ins Tiebreak.

Das war nichts für schwache Nerven, Thiem vergab bei 6:5 und 8:7 zwei Satzbälle, ehe Nadal seinen mittlerweile fünften nach 1:18 Stunden verwertete. Alleine der erste Satz dauerte damit ähnlich lang wie Thiems vorangegangenen Partien gegen Borna Coric (1:20) und Pablo Cuevas (1:23).

Der mit einem Regenerationsvorteil ins Spiel gegangene Nadal nahm den Schwung mit und Thiem gleich zu Beginn des zweiten Satzes den Aufschlag ab. Der ÖTV-Star kämpfte wie im Achtelfinale, wo er gegen Grigor Dimitrow fünf Matchbälle abgewehrt hatte, verbissen, ließ aber eine Chance auf das sofortige Rebreak aus. Das wollte nicht mehr gelingen.

Bei 3:5 konnte Thiem noch zwei Matchbälle abwehren, bei 4:5 einen weiteren nach vier vergebenen Breakbällen, seine vierte Chance ließ sich Nadal aber nach einem harten Fight über 2:17 Stunden nicht mehr entgehen. Thomas Muster bleibt damit Österreichs bisher letzter Sieger auf dieser Turnierebene, er hatte vor 20 Jahren in Key Biscayne triumphiert. Ausschlaggebend waren Kleinigkeiten, Thiem unterliefen mit 29 deutlich mehr unerzwungene Fehler als Nadal (18), das vor allem mit der Vorhand (22:8). Die Winner-Bilanz war mit 27:25 zugunsten Nadals fast ausgeglichen.

Für den Ranglisten-Fünften Nadal war es ein besonderer Triumph. Mit seinem 30. Masters-1000-Turniersieg zog er in der ewigen Bestenliste mit dem führenden Serben Novak Djokovic, den er im Halbfinale ausgeschaltet hatte, gleich. Insgesamt war es bereits Titel Nummer 72 im 107. Finale auf der Tour. Auf Sand hat er 2017 nicht nur alle Spiele gewonnen, sondern dabei auch nur zwei Sätze abgegeben.

Nächste Woche könnten die beiden Akteure, die ab Montag die Nummern eins (Nadal) und drei (Thiem) in der Jahreswertung sind, beim nächsten 1000er-Event in Rom bereits wieder aufeinandertreffen - da allerdings gemäß der Auslosung schon im Viertelfinale. Thiem, der diese Saison bei vier Sand-Turnieren nur in Monte Carlo nicht das Finale erreichte, hat zum Auftakt ein Freilos, in der zweiten Runde dürfte es eine neuerliche Auflage des Duells mit Cuevas geben, den er im Madrid-Halbfinale mit 6:4,6:4 in die Schranken gewiesen hatte.

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