Helden-Gehälter gekürzt

Marvel fährt mit innovativer Finanzierungsidee Erfolg ein, der diverse Sequels sichert

Mit der aktuellen Kinoveröffentlichung "The Avengers" setzen die Marvel Studios im Bereich der Superhelden-Blockbuster einen neuen Meilenstein: Noch nie zuvor waren in einer Comic-Verfilmung so viele bekannte Superstars gemeinsam auf der Leinwand zu sehen. Und der Aufwand hat sich auch bezahlt gemacht: Der Film legte den erfolgreichsten Kino-Start in der Geschichte hin, so dass bereits jetzt eine Fortsetzung fixiert wurde. Der (finanzielle) Erfolg geht aber auch auf Kosten der Superhelden, denn durch einen neuen Finanzierungsansatz, bereits „the Marvel way“ genannt, werden die Gagen der Weltretter gekürzt.

von The Avengers - Helden-Gehälter gekürzt © Bild: Disney

Viele „Avenger“-Fans haben es gehofft und auch bereits geahnt, nun ist es offiziell: die Superhelden-Saga findet eine Fortsetzung, wie Disney-Boss Bob Iger verkündete. Wann und wie diese jedoch kommen wird, ist noch nicht bekannt. Doch der große Erfolg hat nicht nur ein Sequel der „Avengers“ zur Folge, auch „Iron Man 3“ , „Thor 2“ und „Captain America 2“ sind dadurch gesichert. Ersterer soll bereits im Mai 2013 erscheinen, die „Thor“-Fortsetzung ist für November 2013 geplant und „Captain America: The First Avenger“ kommt im April 2014.

Johansson hofft aus "Black Widow"-Spin-Off
Auch Scarlett Johansson hofft, ein Stück von dem Helden-Kuchen abzubekommen: In „The Avengers“ mimte die Schauspielerin bereits die „Black Widow“. Nun möchte sie die Figur der Natasha Romanoff auch in einem eigenen Film spielen und ruft ihre Fans zum Support auf, damit sich ein eigenes „Black Widow“-Spin-Off ausgeht. Dazu gibt es jedoch noch keinen Kommentar des Studios.

Do it "the Marvel way"
Doch nicht nur neue Blockbuster entstehen durch Marvel, das Hollywoodstudio liefert auch einen neuen Finanzierungsansatz für die enormen Produktionskosten, die die Filme verschlingen. Bereits bei den „Avengers“ kam dieser bereits jetzt genannter „Marvel way“ zum Einsatz.

"Das Konzept 'the Marvel way' bedeutet, jede Art von anfallenden Kosten kritisch zu hinterfragen, jeden einzelnen Dollar", wird Kevin Feige, President of Production bei den Marvel Studios, vom US-Branchenblatt Variety zitiert. Dabei werde nichts als selbstverständlich erachtet. "Wir fragen uns ständig, ob wir das auch wirklich brauchen. Ist die Antwort nein, versuchen wir es auf anderem Wege", so der Studioboss weiter. Natürlich sei es nicht immer eine leichte Aufgabe, Alternativen zu finden, um die Produktionskosten möglichst gering zu halten. "Aber nur so stößt man auf neue, effiziente Ansätze", betont Feige.

Weniger Gage für Superhelden
Als wesentlicher Teil der neuartigen Geschäftsstrategie, entpuppt sich aber vor allem der Umgang mit den Gagen der Schauspiel-Superstars. Diese werden im Fall des neuen Superheldenepos deutlich weiter unten angesetzt als bei vergleichbaren Blockbuster-Produktionen. Renommierte Leinwandgrößen wie Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Chris Hemsworth, Chris Evans, Scarlett Johansson oder Samuel L. Jackson verzichten demnach auf einen gewissen Anteil ihrer üblichen Entlohnung. Als Gegenleistung stellt ihnen das Studio die Chance in Aussicht, den eigenen Superhelden selbst als Titelfigur in mehreren Kinofilmen zu platzieren.

Rechnung geht laut Praxis auf
"Aus Sicht der Schauspieler ist das ein ziemliches Zugeständnis", gesteht Feige. Doch die Praxis zeigt, dass die Rechnung des Studios aufgeht. So haben viele der genannten Hollywood-Stars bereits Verträge über mehrteilige Produktionen mit Marvel abgeschlossen. Robert Downey Jr. soll beispielsweise für vier, Samuel L. Jackson sogar für neun Teile unterschrieben haben. "Der Drei-Film-Deal ist mittlerweile zum Standard geworden", ergänzt Feige.