Militärputsch von

Putsch in Thailand

Armee will Kontrolle über Regierung übernehmen und politische Reformen durchsetzen

Nach monatelangen politischen Unruhen hat das Militär in Thailand die Macht übernommen. Das teilte Armeechef Prayuth Chan-ocha am Donnerstag in einer Fernsehansprache mit. Auch die Verfassung wurde offiziell außer Kraft gesetzt. Zuvor war ein letztes Versöhnungsgespräch zwischen den zerstrittenen politischen Lagern gescheitert.

"Die Armee hat die Macht ergriffen, um die politischen Institutionen zu reformieren und unserem Land wieder Einigkeit zu bringen", sagte Prayuth. Die Kontrolle habe nun das Nationale Friedenskomitee übernommen, bestehend aus den "bewaffneten thailändischen Streitkräften, der Königlichen Luftwaffe und der Polizei", sagte der Armeechef umringt von vier ranghohen Militärs. Er selbst werde das Komitee leiten. Die Machtübernahme sei angesichts der "Gewalt in Bangkok und vielen anderen Teilen des Landes" nötig, durch die unschuldige Menschen gestorben und Eigentum zerstört worden seien.

Die Machtergreifung der Armee verlief zumindest in der von Touristen frequentierten Innenstadt ohne Waffengewalt. Auf den Straßen waren keine Panzer zu sehen. Allerdings waren Hunderte Soldaten an den Kundgebungsstätten von Regierungsanhängern und -gegnern zu sehen. Am westlichen Stadtrand von Bangkok feuerte die Armee in die Luft, um eine Kundgebung der regierungstreuen "Rothemden" zu zerstreuen. "Rothemden"-Anführer Jatuporn Prompan kündigte gleichwohl eine Fortsetzung der Proteste an. "Wir werden nirgendwo hingehen", sagte er.