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Testspiele: Pfiffe für Deutschland,
Brasilien startet furios in WM-Jahr

Pfeifkonzert für DFB-Team trotz Sieges, Brasilien "bereit", Portugal bleibt ruhig

Schweinsteiger im Länderspiel Deutschland gegen Chile © Bild: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images

Bei WM-Mitfavorit Deutschland herrscht derzeit alles andere als Euphorie. Das Publikum in Stuttgart quittierte den Auftritt des DFB-Teams beim knappen 1:0-Sieg gegen Chile mit einem gellenden Pfeifkonzert. Die Truppe von Teamchef Joachim Löw legte durch einen Treffer von Mario Götze nach Zuspiel von Mesut Özil (16.) zwar früh den Grundstein für den Sieg, wirkte aber weder davor, noch danach souverän. Die Chilenen schnürten die Hausherren mehrmals in der eigenen Hälfte ein und hatten unter anderem bei einem Vargas-Lattenschuss (61.) Pech.

"Wir waren nicht in der Lage, Dominanz auszustrahlen", war sich Löw bewusst. "Es ist immer ganz gut, wenn man sieht, dass es nicht nur in Deutschland gute Fußballer gibt", ergänzte der Bundestrainer. Die Spieler sind sich darüber im Klaren, dass für die WM eine Steigerung nötig ist. "Es gab viele Unstimmigkeiten, es gibt Verbesserungspotenzial", sagte Innenverteidiger Per Mertesacker. Und Kapitän Philipp Lahm fügte hinzu: "Dass wir noch viel Arbeit vor uns haben bis zur WM, das wissen wir." Außenverteidiger Marcell Jansen schied übrigens verletzt mit einem Bänderriss im linken Sprunggelenk aus.

Brasilien mit Tor-Feuerwerk

Für Gastgeber Brasilien hätte der Start ins WM-Jahr 2014 nicht besser laufen können. Die "Selecao" präsentierte sich beim 5:0-Erfolg im Soccer City Stadium in Soweto gegen Südafrika am Mittwoch gut in Schuss. "Der Sieg gibt uns viel Selbstvertrauen und Motivation. Jetzt können wir uns in Ruhe auf das Turnier vorbereiten", sagte Kapitän Thiago Silva. Die Partie habe eines gezeigt: "Wir sind bereit."

Thiago Silva im Länderspiel Brasilien gegen Südafrika
© Lefty Shivambu/Gallo Images/Getty Images Thiago Silva und seine Kollegen zeigen sich in WM-Form

Matchwinner war Barca-Angreifer Neymar mit einem Triplepack, der 22-Jährige hält damit schon bei 30 Treffern im Nationalteam. Die weiteren Tore steuerten Chelsea-Spieler Oscar und ManCity-Akteur Fernandinho bei. Die Brasilianer peilen vor eigenem Publikum im Juni/Juli ihren sechsten WM-Titel an.

Messi enttäuscht, Ronaldo brilliert

Nicht nach Wunsch verlief hingegen Argentiniens Premierenauftritt in diesem Jahr. In Bukarest kamen Lionel Messi und Co. bei schlechten Platzverhältnissen über ein 0:0 nicht hinaus. "Aus der Partie kann man nicht viele Rückschlüsse ziehen", wollte Kapitän Lionel Messi das torlose Remis nicht überbewerten. Vielmehr war der Neymar-Clubkollege bemüht, das Positive hervorzustreichen. "Diese Truppe ist phänomenal, bei jeder Zusammenkunft wächst die Einheit noch mehr", sagte der 26-Jährige.

Bei Portugals 5:1-Kantersieg in Leiria gegen Kamerun stand einmal mehr Cristiano Ronaldo im Vordergrund. Der Real-Madrid-Star avancierte mit seinen Toren 48 und 49 im 110. Länderspiel zu Portugals Rekordtorschützen, überflügelte damit Pauleta (47). "Ich zerbreche mir wegen Rekorden nicht den Kopf, so etwas passiert einfach, wenn man großen Einsatz zeigt", sagte der 29-Jährige. Kamerun konnte das Duell zweier WM-Starter bis zur Pause (1:1) offen gestalten, kassierte nach Seitenwechsel allerdings zwischen der 66. und 83. Minute gleich vier Treffer. "Wir verfallen jetzt aber wegen dem Sieg nicht in Euphorie", betonte Portugal-Coach Paulo Bento.

England "dominiert das Spiel"

England zeigte beim 1:0-Sieg gegen Dänemark im Londoner Wembley-Stadion ebenfalls nicht viel, durfte sich dank einem Daniel-Sturridge-Kopfball-Treffers (82.) aber genauso über einen Sieg freuen. "Der Sieg ist positiv und war verdient, weil wir das Spiel dominiert haben. Wir haben viele junge Spieler eingesetzt, die haben ihre Sache gut gemacht", resümierte Englands Teamchef Roy Hodgson.

Als 2:0-Sieger ging Frankreich gegen die Niederlande hervor. Karim Benzema (32.) und Blaise Matuidi (41.) sorgten für den verdienten Sieg der "Equipe tricolore" in Paris.

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