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Der Fluch des falschen Rufs

Die Attitüde des Honda Civic „Sport Edition“ erinnert an wilde Vorzeiten

Axel Meister © Bild: News

Der Honda Civic hat eine bewegte Vergangenheit. Die frühen Modelle hatten den Ruf als Café- Racer weg, dann folgte dank Hybridtechnologie die Kehrtwendung zum Saubermann. Und irgendwo dazwischen lag stets der fromme Wunsch, als japanischer Rivale des VW Golf akzeptiert zu werden. Nur geklappt hat das nie. Die 2015-Edition, im Grunde ein Facelift, tendiert imagemäßig wieder in die Frühzeit. Schuld daran ist die Optik. Besonders in der „Sport Edition“ wie bei unserem Testwagen. Schwarze 17-Zoll- Felgen, ein fetter Frontspoiler samt Wabengrill kontrastieren verwegen mit der stahlblauen Außenhaut.

Der Motor, in unserem Fall der 120-PS-Diesel, konterkariert den Brutalo- Auftritt ein wenig. Er macht von der ersten Sekunde an einen prima Eindruck: Er klingt nicht unangenehm, beschleunigt überraschend ambitioniert und ist, wie sich später herausstellt, recht genügsam. Der „Aha“-Effekt (von Agile Handling Assist) kommt in scharf gefahrenen Biegungen. Weil das jeweils kurveninnere Rad abgebremst wird, lässt sich der Civic dynamisch rumkriegen. Das Infotainmentsystem „Connect“ bietet Zugriff auf Fahrzeuginfos, Musik, das Handy und die Rückfahrkamera. Die ist wegen der unübersichtlichen, da geteilten, Heckscheibe übrigens unerlässlich.

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