Terrorverdacht erhärtet sich: Islamisten- Ehepaar muss weiterhin in U-Haft bleiben

Auswertung der Daten auf Computer wird dauern Vierter Verdächtiger nur in Kanada strafbar geworden

 Terrorverdacht erhärtet sich: Islamisten- Ehepaar muss weiterhin in U-Haft bleiben

Die beiden Verdächtigen in der Affäre rund um die Drohvideos von Wiener Islamisten bleiben weiterhin in U-Haft. Der nächste Haftprüfungstermin ist laut einem Sprecher des Landesgerichtes am 26. September. Es sieht aber so aus, als würden der Mann und seine Frau länger in Verwahrung bleiben. Denn die Auswertung der Daten auf dem Computer des 22-Jährigen und der 20-Jährigen wird laut Innenministeriums-Sprecher Rudolf Gollia noch zwei Monate in Anspruch nehmen.

Die beiden stehen weiterhin im Verdacht, einer terroristischen Vereinigung angehört und die österreichische Regierung genötigt zu haben. Der dritte Tatverdächtige, ein 26-Jähriger, wurde nicht wie die anderen in U-, sondern zunächst in Verwahrungshaft genommen, erklärte Gneist. Der Richter sah jedoch keinen ausreichenden dringenden Tatverdacht und ließ den Mann wieder frei. Ihm wurden zunächst nahezu die gleichen Vorwürfe zur Last gelegt, sagte Gneist. Weitere Verhaftungen in dem Fall seien nicht vorgesehen, so Gollia.

Den Fall eines vierten Verdächtigen, der in Kanada in Haft sitzt, konnte und wollte Gneist nicht kommentieren. "Dazu gibt es zu unseren Fällen keinen formalen Zusammenhang", sagte der Gerichtssprecher. Der 35-Jährige habe eine strafbare Handlung in Kanada und nicht in Österreich begangen, meinte Gollia. Es gebe lediglich einen österreichischen Bezug, weil er mit einem ähnlich denkenden Aktivisten in Kontakt gestanden habe.

Man sei seit Monaten in einem sehr guten und intensiven Kontakt mit den kanadischen Behörden. Ein Beamter der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) war vor den Festnahmen deswegen auch in Österreich und hat die Ermittlungen begleitet, berichtete Gollia. Laut dem Innenministeriumssprecher sei es nicht auszuschließen, dass eine weitere direkte Zusammenarbeit notwendig werden könnte.
(apa/red)