Terrorprozess in Russland: Schuldspruch für einzigen überlebenden Beslan-Attentäter

Verlesung des Urteils dauert vermutlich zwei Tage "Terroristischer Akt" an Schule forderte 331 Tote

Der einzige überlebende Geiselnehmer von Beslan ist am Dienstag schuldig gesprochen worden. Das Strafgericht im südrussischen Wladikawkas verhängte gegen den 25-jährigen Nurpaschi Kulajew einen Schuldspruch wegen Mordes und Geiselnahme. Die vollständige Verlesung des Urteils wird voraussichtlich mindestens zwei Tage dauern, wie eine Sprecherin des Obersten Gerichts bereits vorher angekündigt hatte. Die russische Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe für Nurpaschi Kulajew gefordert.

Sollte sie gegen den 25-Jährigen verhängt werden, entspricht dies einer lebenslangen Haftstrafe, da die Todesstrafe in Russland seit 1996 ausgesetzt ist.

Die Geiselnahme in einer Grundschule von Beslan, die im September 2004 mit dem Tod von 331 Menschen endete, wurde von dem Gericht als "terroristischer Akt" eingestuft.

Kulajew hatte sich zunächst schuldig bekannt, später das Geständnis aber zurückgezogen und erklärt, er sei mit seinem Bruder verwechselt worden. Von den rund 1.100 Schülern, Eltern und Lehrern, die sich ursprünglich in der Gewalt der Geiselnehmer befanden, kamen nach amtlichen Angaben bei einem groß angelegten Einsatz der Sicherheitskräfte 331 Menschen ums Leben, unter ihnen 186 Kinder. Hunderte Geiseln wurden verletzt. Von den 32 Geiselnehmern wurden demnach alle bis auf Kulajew getötet. (apa/red)