Terrormiliz von

IS: 30 Zivilisten in Syrien exekutiert

Stadt Mabuje überfallen: Auch Frauen und Kinder unter den Opfern

Schwer bewaffneter Kämpfer © Bild: imago/Xinhua

Die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat in Syrien nach Angaben von Aktivisten mindestens 30 Zivilisten exekutiert. Die Extremisten überfielen die von Sunniten, Alawiten und schiitischen Ismailiten bewohnte Stadt Mabuje im Zentrum des Landes, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mitteilte.

Unter den "verbrannten, enthaupteten und erschossenen" Opfern seien auch Frauen und Kinder. Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Organisation können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden. Sie stützt sich jedoch auf ein dichtes Netzwerk von Informanten in Syrien.

Millionen auf der Flucht

In Syrien hatten sich Proteste gegen Präsident Barshar al-Assad vor vier Jahren zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet. Mehr als 215.000 Menschen wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle seither getötet, Millionen weitere sind im In- und Ausland auf der Flucht. Das Rote Kreuz forderte bei der Geberkonferenz in Kuwait mehr Unterstützung für die humanitäre Hilfe in Syrien, um seine Maßnahmen verdoppeln zu können. "Wir wissen, dass die syrischen Flüchtlinge nicht so schnell zurückkehren können", sagt Peter Maurer, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). "Die humanitäre Hilfe wird mindestens fünf weitere Jahre andauern müssen, selbst wenn es substanzielle Fortschritte bei politischen Verhandlungen geben sollte."

Geberkonferenz: 1,1 Milliarden Euro für Syrien

Die Europäische Union hat indes auf der dritten internationalen Geberkonferenz für Syrien in Kuwait ihre Finanzzusagen für das Bürgerkriegsland deutlich erhöht. Wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte, sagten die EU-Kommission und die EU-Staaten insgesamt fast 1,1 Milliarden Euro zu, davon 500 Millionen Euro für humanitäre Unterstützung und den Wiederaufbau.

Die Finanzzusage entspreche dem Doppelten der gesamten EU-Zusage von 2014, erklärte die EU-Kommission. "Das Ausmaß der Krise in Syrien stellt die Kapazitäten des gesamten Systems der internationalen Hilfe auf die Probe. Der Bedarf ist immens, und außerordentliche Anstrengungen seitens der gesamten Gebergemeinschaft sind erforderlich, um die benötigten erheblichen Finanzmittel zu mobilisieren", erklärte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides.

Die Kriegswirren in Syrien führten auch zum Aufstieg der radikalsunnitischen IS-Miliz, die mittlerweile weite Landstriche in Syrien und im benachbarten Irak kontrolliert.

Irak: Armee eroberte Regierungssitz in Tikrit zurück

Die irakischen Streitkräfte haben unterdessen nach eigenen Angaben den Sitz der Provinzregierung in der Stadt Tikrit von der Jihadistenmiliz zurückerobert. Dies sei ein wichtiger Schritt, um die Stadt wieder vollständig unter Kontrolle zu bringen, sagte ein irakischer Armee-General, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Dienstag. Ein Sprecher der Badr-Miliz erklärte, an der Rückeroberung seien auch Kämpfer paramilitärischer Einheiten beteiligt gewesen, welche die Regierung in Bagdad unterstützen. Der Gouverneur der Provinz Salaheddin bestätigte die Einnahme des Regierungssitzes in Tikrit. Über mehreren Gebäuden der Stadt wehe nun die irakische Flagge, fügte Raad al-Juburi hinzu.

Bagdad hatte am 2. März seine bisher größte Offensive gegen den IS begonnen, um das rund 160 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Tikrit, eine IS-Hochburg, nach neun Monaten zurückzuerobern. Das US-Militär flog auf Bitten Bagdads mehrfach Luftangriffe auf mutmaßliche IS-Stellungen in und um Tikrit.

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