Terrorgefahr beim Nachbarn Deutschland:
Ganz Konkrete Hinweise auf Terrorattacken

"Grund zur Sorge, aber keinen Grund zur Hysterie" Sicherheitsvorkehrungen werden nun verschärft

Terrorgefahr beim Nachbarn Deutschland:
Ganz Konkrete Hinweise auf Terrorattacken © Bild: APA/EPA/Schlesinger

Radikale Islamisten planen laut der Deutschen Bundesregierung in den kommenden zwei Wochen Anschläge in Deutschland. Innenminister de Maiziere ging erstmals mit einer konkreten Anschlagswarnung an die Öffentlichkeit und kündigte verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an Bahnhöfen, Flughäfen und Grenzen an. Nach Hinweisen aus dem Ausland planten radikale Islamisten für Ende November Anschläge.

De Maiziere rief die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf, wandte sich aber gegen Panikmache. "Es gibt Grund zur Sorge, aber keinen Grund zur Hysterie. Wir zeigen Stärke, lassen und aber nicht einschüchtern", betonte er. Die Sicherheitsbehörden würden alles tun, um Anschläge zu verhindern.

Das Magazin "Focus" hatte am Wochenende von einer Warnung der US-Sicherheitsbehörden an die Bundesregierung berichtet, wonach sich ein vierköpfiges Terrorkommando auf dem Weg nach Deutschland befinde. Die zwei Inder und zwei Pakistaner seien in zentralasiatischen Lagern ausgebildet worden und planten im Auftrag der Extremistenorganisation Al-Kaida noch im November einen Anschlag in Deutschland.

In Berliner Sicherheitskreisen war dagegen von drei Bedrohungsszenarien die Rede, bei denen unklar sei, ob sie zu einem einzigen großen Terrorplan gehörten: Zum einen plane die Nummer drei der Extremistenorganisation Al-Kaida, Scheich Junis al-Mauretani, Europa und die USA zu schädigen. Unklar sei, ob dies durch Anschläge geschehen solle.

Das zweite Szenario sei eine Tat im Stil der Anschläge 2008 in der indischen Finanzmetropole Mumbai mit 166 Toten. In Mumbai hatten zehn Attentäter mit leichten Waffen im Kommando-Stil mehrere Ziele angegriffen, darunter das Luxus-Hotel "Taj Mahal" und den Hauptbahnhof und dort wahllos um sich geschossen. Das dritte Szenario kreise um Schläferzellen, die sich angeblich bereits in Deutschland befänden und hier nicht näher bestimmte Ziele angreifen sollten.

Wegen all dieser Hinweise wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen die Telefonüberwachung mutmaßlicher Täter intensiviert, außerdem befrage die Polizei sogenannte Gefährder und ziehe ohnehin geplante Maßnahmen wie Razzien in der islamistischen Szene vor. Außerdem stünden 5.500 Beamte der Bereitschaftspolizei bei der Bundespolizei bereit, um je nach Lage das Sicherheitspersonal aufzustocken.

De Maiziere wollte sich zu konkreten Anschlagszielen nicht äußern. Als Grund für die neue Lagebewertung nannte er die gescheiterten Paketbomben-Anschläge aus dem Jemen, eigene Ermittlungsergebnisse des BKA im Islamisten-Milieu sowie eine Warnung aus dem Ausland.

(apa/red)