Fakten von

10 Fragen und
Antworten zur Terrorgefahr

Soll man zu Hause bleiben? Was tun gegen die Angst?

Soldaten am Weihnachtsmarkt in Brüssel © Bild: imago/Jochen Tack

Die Anschläge von Paris haben viele Ängste erzeugt. Wie reagieren Österreich und Europa? Und was kann man selbst tun?

THEMEN:

1. Was tun gegen die Angst?

In Frankreich starben am Tag der Anschläge dreimal mehr Menschen an Krebs. "Rationalisierungen helfen manchen Menschen“, sagt Psychologe Cornel Binder-Krieglstein. Man müsse Handlungsfähigkeit zurückgewinnen und sich konkret überlegen, was einem Angst macht und wie man diese Situationen meiden kann.

2. Soll man zu Hause bleiben?

Wer sich einschließt, tut, was die Terroristen wollen: die eigene Lebensweise aus Angst aufgeben. Selbst bei den Pariser Anschlägen war die Versorgung nie gefährdet. Wer Vorräte anlegen will, findet beim Zivilschutzverband Empfehlungen (www.zivilschutzverband.at).

3. Was ist der Patriot Act?

Nach 9/11 wurden in den USA mit diesem Gesetz Geheimdienstbefugnisse und Überwachungsmaßnahmen ausgeweitet. Die Maßnahmen wurden nie wieder zurückgenommen. Frankreichs Präsident Hollande plant Ähnliches.

4. Was ist ein Ausnahmezustand?

Ist der Staat akut bedroht, wird in manchen Ländern der Ausnahmezustand verhängt. Teile der Verfassung gelten nicht mehr, die Bürgerrechte sind eingeschränkt. Selbst die Menschenrechte gelten nur mehr zum Teil. Frankreich hat jetzt den Ausnahmezustand verhängt. In Österreich gibt es nur sogenannte Notbestimmungen. Sie geben dem Bundespräsidenten und der Regierung Notrechte, wenn das Parlament nicht einberufbar ist. Verfassungsrechtler Theo Öhlinger hält aber kaum ein Szenario für denkbar, bei dem das angewendet würde.

5. Wieso wurde Brüssel zur Geisterstadt?

Es gibt Hinweise auf bevorstehende Terroranschläge. Deshalb wurde von Belgiens Ministerpräsident Charles Michel die höchste Alarmstufe ausgerufen. Das öffentliche Leben kam völlig zum Erliegen. Nur langsam stellt sich wieder Normalität ein.

6. Ist eine Situation wie in Brüssel in Österreich denkbar?

Es gibt keine konkreten Hinweise auf Terroranschläge in Österreich, aber eine allgemein erhöhte Gefährdungslage. Auszuschließen ist es nicht, aber in der Logik des IS sind andere Metropolen lohnendere Ziele.

7. Was will die Innenministerin?

Hausarrest und Fußfesseln für Terrorverdächtige, eine Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung und die Möglichkeit, Whatsapp und Skype zu überwachen, stehen auf der Wunschliste von Innenministerin Mikl-Leitner. Für den Hausarrest müsste die Verfassung geändert werden.

8. Helfen diese Maßnahmen?

Das ist umstritten. Frankreich hat die Vorratsdatenspeicherung, die Anschläge verhinderte das nicht. Datenschützer bemängeln, dass Geheimdienste in der Datenflut untergehen und an der Auswertung scheitern.

9. Sind Bürgerrechte in Gefahr?

Ja, sagen Datenschützer. "Der Deal, Freiheit gegen Sicherheit zu tauschen, funktioniert nicht. Wir verlieren Rechte, haben deshalb aber nicht weniger Anschläge“, sagt Datenschützer Georg Markus Kainz. Wie viele Datenschützer befürchtet er, dass Bürgerrechte eingeschränkt werden, Kriminelle aber ohnedies Wege finden, die Überwachung zu umgehen.

10. Kann man Terror besiegen?

Nein. Es gibt nur wenige Terroristen. Sie zu entdecken, gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Alle wird man nie finden. Der Terror kann nur langfristig zurückgedrängt werden. Deradikalisierungsprogramme, Polizeiarbeit und ein gemeinsames Vorgehen gegen den IS werden helfen.

Kommentare

Zitat Aristoteles: Toleranz ist die letzte Tugend einer aussterbenden Gesellschaft...

Es werden aber auch die Ängste von den Medien geschürt und ein verängstigtes Volk stimmt bei allen möglichen Gesetzen zu obwohl die zum Teil unsere Grundrechte beschneiden.

Rumor13 melden

"Deradikalisierungsprogramme"......was für ein Schwachsinn !!
Junge "schutzbedürftige" Männer brauchen einen Arbeitsplatz und den gibt es nicht !! Ganz im Gegenteil - die Arbeitslosenrate steigt ständig !!
Und damit auch die "Rekrutierungsrate" der Salafisten........

christian95 melden

Deeskalierung ist eine noblere Umschreibung für Hilflosigkeit.
Wer in einen christlichen Land immer mehr Moslem integriert darf sich nicht wundern wenn die christliche Kultur weniger wird.

Rumor13 melden

In Ungarn und der Slowakei wird es keinen IS-Terror geben.
Wer alle unkontrolliert rein-oder durchlässt wird auch dafür bezahlen (nicht nur finanziell).....
Aufgrund dieser feigen,orientierungslosen Politik wird in Ö noch viel mehr passieren.Lasst Euch nicht täuschen !!

Nudlsupp melden

@Rumor: Sie meinen, Terroristen, die sich schon in der EU befinden, werden die inner-europäischen Festungsanlagen nicht überwinden können?

gustigusti melden

Es handelt sicher hier nicht um eine "feige, orientierungslose Politik" - es geht hier um die Wählerschaft von morgen. Die wissen schon, was sie tun.
Nudlsupp, sicher könnten sie es, aber es wäre schwieriger. Und feige Massenmörder entscheiden sich immer für die bequemsten Ziele, auch im geographischen Sinne

Unsere Flugdaten werden gespeichert, am Flughafen werden wir mehrmals kontrolliert aber unsere Grenzen sind weiterhin weit offen.

Bauernregel: "Wer Füchse in einem Hühnerstall integrieren will, hat am nächsten Tag keine Hühner mehr".

Oberon
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1) Krebs kann zwar theoretisch jeder bekommen, praktisch bekommen ihn vergleichsweise nur wenige. Jedoch - Terroropfer kann realistisch besehen Jeder werden. Man braucht nur um die falsche Zeit am falschen Ort zu sein.
2) Ich habe keine Angst, und das schreibe ich jetzt nicht, um mich wichtig zu machen, aber ich verstehe, wenn Menschen Angst haben.
4) Verständlich, dass in Frankreich der........

Oberon
Oberon melden

... Ausnahmezustand verhängt wurde. Denn - es ist wichtig, schnell
Entscheidungen treffen zu können, ohne sich um Formalitäten und oftmals unnötige Amtswege kümmern zu müssen.
6) Keine Terrorgefahr für Ö. WER vermag denn, sich in die Gehirne dieser IS-Terroristen einzufühlen und WER weiß schon, was sie als für sie lohnend ansehen?!
7) Das klingt mir vorerst recht vernünftig. Bei ......

Oberon
Oberon melden

...Fußfesseln bitte auf Qualitätsware achten, es wäre doch
ziemlich kontraproduktiv, wenn diese einfach mit einer Nagelfeile zu öffnen wären.
8) Absolute Sicherheit gibt es nicht. Und: Man sollte seine Gegner nie unterschätzen!
9) Mir gefällt Überwachung auch nicht, aber was wäre die Alternative? Nichts tun und abwarten?!
10) Frage: Wodurch entsteht Terror, was ist der Auslöser?

Gscheitel melden

Terror entsteht wenn große Mächte funktionierende Systeme destabilisieren und mit aller Gewalt ein System aufzwingen wollen, welches in ihren Augen das beste ist. Nebenbei sind dann auch wirtschaftliche Interessen vorhanden. Man wartet danach bis alles im Chaos versinkt und schaut sich das von der Ferne an .

Nudlsupp melden

@2222: Zu Punkt 1: So wenig sind es gar nicht die an Krebs erkranken. Das sind mit großem Abstand mehr, als in unserer Region dem Terror zum Opfer fallen. Der Versuch, das Risiko als Terroropfer höher einzustufen, als an Krebs zu erkranken ist inhaltlich nicht richtig.

Oberon
Oberon melden

@Gscheitel, verständlich formuliert, aber das erklärt nicht, warum in einem Land unterschiedliche Volksgruppen nicht friedlich nebeneinander leben können/wollen und sich ständig bekämpfen. Die Feinde sind doch die großen Mächte, oder hab' ich da was falsch verstanden? Und - wenn WIR das System
durchschauen, warum nicht die Betroffenen?

Oberon
Oberon melden

@Nudlsupp, vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt, eigentlich meinte ich, dass Terror Jeden treffen kann, Krebs jedoch nicht. Besser kann ich es nicht erklären und - es war KEINE absichtliche Falschdarstellung. ;-)

higgs70
higgs70 melden

Also das erschließt sich mir jetzt überhaupt nicht. Warum kann Krebs nicht jeden treffen? Die Möglichkeit, dass der genetische Code irgendeiner unserer Zellen sich von einer Zellgeneration zur nächsten verändert, besteht bei jedem Menschen. Und die Tatsache, dass es in Österreich jedes Jahr 38.000 Krebsneuerkrankungen gibt, sagt zumindest mir, dass die Wahrscheinlichkeit "praktisch" an Krebs zu erkranken um ein Zigfaches höher ist als zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein und Opfer eines Terroranschlags zu werden.
Würde ich mich vor etwas fürchten müssen, dann eher vor ersterem.

gustigusti melden

Das sehe ich auch so, es ist hundertmal wahrscheinlicher an Krebs zu sterben als an einem Terrorakt. Wir rauchen und ernähren uns ungesund, in vollem Bewusstsein dass das den Krebs "einlädt". Deshalb sollten, nein müssen wir weiterhin unser Leben öffentlich leben, in Menschenmassen etc. obwohl sich neben uns ein Bimbo in die Luft jagen könnte. Gehört heutzutage einfach dazu.

gustigusti melden

^Nachtrag: mit dem schlimmen B-Wort war keine Person irgendeiner bestimmten Hautfarbe gemeint. Hätte ich Mongo schreiben sollen? Oder einfach Pfostn? Was ist denn politisch korrekt bevor hier wieder die Nazikeulen schwingen?

Oberon
Oberon melden

@higgs70, Sie haben wahrscheinlich recht, so wie immer. Offen gesagt hätte es mich gewundert, von Ihnen einmal Zustimmung zu einem meiner postings zu bekommen. Das hätte ich mir dann sofort in mein Merkbüchlein geschrieben. ;-)
@gustigusti, es ist seltsam hier im NEWS-Forum. Ist man mit einem user einer Meinung, kommt nichts, ist man anderer Meinung, wird man darüber informiert. Das gilt.........

Oberon
Oberon melden

.... für einige user. Es wird schnell etwas kritisiert, als für gut befunden, auch wenn es das ist! Der betreffende user könnte sich ja freuen, und das kann's nicht sein!

higgs70
higgs70 melden

@2222
Sie haben ja keine Ahnung, wie oft ich hier schon mit anderen einer Meinung war - auch wenn Sie's nicht glauben, auch mit Ihnen - nur sehe ich das hier halt weniger als Zustimmungskränzchen, sondern mehr als Diskussionsforum und wenn man einen Diskurs will, ergibt es sich halt zwangläufig, dass man sich eher an die "Andersgläubigen" wendet. Trotzdem ich bin in der Lage, jemandem Respekt entgegenzubringen,der vielfach anderer Meinung ist als ich, besonders dann, wenn der mir eine intelligente Breitseite verpasst, weil lesenswert ist es allemal auch wenns mich wurmt.
Nicht jeder eignet sich für Diskussionen, bei denen man Händchen hält und permanent um Beifall heischt. Und nichts erzeugt zumindest bei mir soviel Aggressionen wie beispielsweise eine Diskussionsgruppe, die fünf Stunden nicht Tacheles redet, weil es halt ein allgemeines Nettigkeitsgebot gibt.

Aber wenn es Sie wirklich freut, Punkt 2 und Punkt 10 sehe ich genauso wie sie.
Schönen Abend noch.

Nudlsupp melden

@2222: Sogar ich habe Ihnen vor kurzem hier zugestimmt, was zugegebenermaßen sehr selten ist. :-) Also nicht den Kopf hängen lassen. Verdi hat Ihnen auch schon oft demonstrativ den Rücken gestärkt.

Oberon
Oberon melden

Zustimmungskränzchen? SO habe ich das aber nicht gemeint, das wäre auch gar nicht mein Stil. Ich brauche niemanden, der ständig an meinen Lippen hängt - natürlich nur virtuell ;-) Mir ist halt schon seit längerem aufgefallen, dass im NEWS-Forum schneller kritisiert, als sich einer Meinung angeschlossen wird.
Für mich ist das kein Problem, das mache ich auch außerhalb des Internets und habe .....

Oberon
Oberon melden

....damit so manche Wogen geglättet.
Ihrem posting entnehme ich eine gewisse positive Einstellung zu meinen Texten, ich könnte es auch als Kompliment verstehen. Das muss Ihnen jetzt aber im nach hinein nicht peinlich sein. :-) Ja, so ist das. Kaum auf senden gedrückt, schon ist alles weg...

Oberon
Oberon melden

@Nudlsupp, ich kann mich daran erinnern. SIE haben mir aber erst dann zugestimmt, als ich das bei Ihnen vorher schon getan habe. ;-)
Ja, der Verdi...Dabei war er fast einmal böse auf mich, weil ich mich über die Aufmachung der "Grünen Mitzi" lustig gemacht habe...

gustigusti melden

@2222 ich stimme Ihnen bei etwa 75% Ihrer Postings (die ich bis dato gelesen habe) zu, finde es aber überflüssig das zu schreiben, sofern ich nicht etwas hinzuzufügen habe. Es sollte hier diese "Daumen rauf" und "Daumen runter" Buttons geben.

Oberon
Oberon melden

@gustigusti, na gut, dann mache ich es halt auch wie Sie und melde mich nur bei Kritik. Die Buttons, die Sie erwähnen, können bei manchen online-Medien manipuliert, also gesteuert werden. Damit habe ich bereits Erfahrungen gemacht. Wenn zwar netiquettengetreu formuliert ist, das posting aber nicht der
Blattlinie entspricht, bleibt der "Daumen rauf" hängen...

Nudlsupp melden

Ach, ist dieser Vorweihnachtsfriede, der nach teils sehr hitzigen Debatten hier, einkehrt, nicht herrlich? :-) Ich finds gut

Oberon
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@Nudlsupp, finde ich auch gut, bin doch ein friedlicher Mensch.
So,und jetzt mache ich mich dran, meine Blechkiste zu reparieren. Wünsche noch spannendes posten.

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