Terrorattacke auf US-Botschaft im Jemen:
19 Verdächtige wurden festgenommen

16 Menschen kamen bei Bombenanschlag ums Leben Verbindungen zur Al-Kaida-Organisation vermutet

Terrorattacke auf US-Botschaft im Jemen:
19 Verdächtige wurden festgenommen © Bild: APA/EPA/Arhab

Einen Tag nach dem Bombenanschlag auf die US-Botschaft im Jemen haben die Behörden einem Fernsehbericht zufolge 19 Verdächtige festgenommen. Sie sollen Verbindungen zur Islamisten-Organisation Al-Kaida haben, wie der arabische Sender Al-Arabiya berichtete.

Bei dem Anschlag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa waren am Mittwoch 16 Menschen getötet worden. Dabei handelte es sich um sechs Angreifer, sechs jemenitische Soldaten und vier Passanten. US-Bürger waren nicht unter den Opfern. 16 weitere Menschen sind verletzt worden, darunter drei Polizisten.

Die Selbstmord-Attentäter hatten nach Angaben des Innenministeriums versucht, das stark gesicherte Tor zur Botschaft mit zwei mit Sprengstoff beladenen Wagen zu durchbrechen. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe namens Islamischer Jihad im Jemen. Sie forderte die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen und drohte mit Anschlägen auf weitere Botschaften wie die Großbritanniens, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate.

Angreifer verkleidet
Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten Polizeiuniformen getragen. Sie hätten zuerst von einem fahrenden Auto aus die Wächter an einer Straßensperre unter Beschuss genommen. Anschließend seien die Terroristen mit einem zweiten Auto vor das Tor des Botschaftsgeländes gefahren. Dort sei dann in dem Fahrzeug eine Bombe explodiert. Flammen stiegen auf. Angrenzende Häuser seien von den Explosionen schwer beschädigt worden, sagte der jemenitische Gewährsmann weiter. Deren Bewohner wurden teilweise auch verletztz, darunter auch Kinder.

Im vergangenen März war bei einer Handgranaten-Attacke von Extremisten vor der US-Botschaft ein jemenitischer Polizist ums Leben gekommen. Drei weitere Polizisten und vier Mädchen in einer angrenzenden Schule waren damals verletzt worden. Im Oktober 2000 hatten Al-Kaida-Terroristen das amerikanische Kriegsschiff "USS Cole" im Golf von Aden angegriffen und 17 Marinesoldaten getötet.

US-Botschaft in Sanaa gut gesichert
Die US-Botschaft in Sanaa gehört zu einem der am besten gesicherten Gebäude des arabischen Landes, in dem die Familie des Al-Kaida-Anführers Osama bin Laden ihre Wurzeln hat. Erst kürzlich hatte Michael Vickers, ein hochrangiger Beamter des US-Verteidigungsministeriums, den Jemen besucht. Nach Angaben der Botschaft lobte er bei Gesprächen mit jemenitischen Regierungsbeamten die jüngsten Maßnahmen, durch die "gefährliche Terrorgefahren im Jemen gebannt wurden".

Im August hatte das Außenministerium in Washington die Abreise mehrerer Mitarbeiter der US-Botschaft in Sanaa und die Ausreise von Angehörigen der Diplomaten angeordnet. Diese Weisung war jedoch wenige Tage später wieder aufgehoben worden.

(apa/red)