Terroranschlag in Inguschetien: Vertreter des Innenministers unter den sieben Toten

Sprengsatz von Selbstmordattentäter gezündet

Bei einem Terroranschlag in der russischen Unruheregion Nordkaukasus sind am Mittwoch sieben Menschen ums Leben gekommen, darunter ein ranghoher Polizeioffizier. Mutmaßliche islamistische Untergrundkämpfer zündeten in der Teilrepublik Inguschetien eine Bombe neben einem Autokonvoi der Polizei, wie die Behörden in der Stadt Nasran mitteilten. Die Explosion tötete den Vize-Innenminister und Polizeichef von Inguschetien, Dschabrail Kostojew, sowie dessen Fahrer und einen Leibwächter.

Vier Zivilisten starben in ihrem Auto, als sie mit dem brennenden Polizeiwagen kollidierten. Nach ersten Erkenntnissen hatten die Attentäter die Bombe mit einer Sprengkraft von etwa 100 Kilogramm Dynamit in einem am Straßenrand parkenden Auto ferngezündet. Die Sicherheitskräfte verdächtigten den tschetschenischen Terroristenchef Shamil Bassajew, Drahtzieher des Anschlags zu sein. Der Polizeichef Kostojew hatte zuvor drei Anschläge überlebt.

In Wladikawkas, der Hauptstadt der benachbarten Teilrepublik Nordossetien, setzte das Oberste Gericht unterdessen die Verkündung des Urteils gegen den einzigen überlebenden Geiselnehmer von Beslan fort. Der Richterspruch hielt offiziell fest, dass die Terroristen mit der Geiselnahme in einer Schule im September 2004 einen Abzug der russischen Truppen aus Tschetschenien erzwingen wollten. Während des Dramas hatten die russischen Behörden wiederholt dementiert, dass es politische Forderungen der Geiselnehmer gebe. Von den 1100 Geiseln in Beslan waren 331 ums Leben gekommen, darunter 186 Kinder.

(apa)