Terroranschläge vereitelt: Börsen und Airline-Aktien sind europaweit auf Talfahrt

AUA und Flughafen sind aber weitgehend resistent Ölpreis in Folge des Alarms leicht angestiegen

Die vereitelten Terroranschlägen in Großbritannien haben die europäischen Börsen verunsichert, insbesondere die Aktien von Fluglinien und Flughäfen gingen zeitweise auf Talfahrt. Der Flugverkehr kam teilweise zum Erliegen, es wird verschärft kontrolliert, europaweit kommt es auf Flughäfen zu Verspätungen, darunter auch in Wien.

Fast alle europäischen Aktienmärkte tendierten im Verlustbereich, so liegt der deutsche Aktienindex DAX 1,7 Prozent im Minus, die Aktie der deutschen Lufthansa verlor ähnlich wie die Air Berlin bisher 4,5 Prozent, der Flughafenbetreiber Fraport gab drei Prozent ab. Noch kräftiger, nämlich 6,7 Prozent, verloren die Papiere des Reisekonzerns TUI an Wert. Daran waren allerdings größtenteils auch gesenkte Erwartungen wegen schwächerer Geschäfte der Reedereitochter Hapag-Lloyd verantwortlich.

In London fielen die Papiere von British Airways um rund vier Prozent, in Paris die Aktien von Air France-KLM um gut drei Prozent. Der Londoner FT-SE verlor 1,2 Prozent, der französische CAC-40 1,3 Prozent. Der Wiener Aktienindex ATX liegt aktuell 0,8 Prozent unter dem Vortagesschluss, die AUA-Aktie notierte praktisch unverändert, die Flughafen-Aktie sogar leicht im Plus.

Der Ölpreis stieg leicht. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI laut Agenturberichten im frühen Handel bei 76,50 US-Dollar. Vor dem Terroralarm lag der Preis 15 Cent niedriger bei 76,35 Dollar. Der Kurs des Euro fiel im Vormittagshandel zeitweise auf 1,2843 Dollar. Schließlich erholte er sich wieder auf 1,2857 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,2879 Dollar festgesetzt.

Experten schätzen die Kursverluste von Fluggesellschaften als vorübergehend ein. "Die Tatsache, dass die Anschläge rechtzeitig entdeckt und vereitelt wurden, ist sehr positiv", sagte LRP-Analyst Per-Ola Hellgren der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX.

Der Reisekonzern TUI erwartet keine negativen Auswirkungen auf sein Geschäft. Ein Sprecher sagte in Hannover, offensichtlich funktioniere das Überwachungssystem in Großbritannien. Zudem sei selbst nach den Terroranschlägen auf die Londoner U-Bahn vor einem Jahr die Reisenachfrage in Großbritannien nicht zurückgegangen. (apa/red)