Terror-Serie in Istanbul: Sieben Angeklagte
zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt

Auch angeblicher Vertrauter von Bin Laden darunter Terroranschläge forderten insgesamt 58 Todesopfer

Mehr als drei Jahre nach einer Serie von Selbstmordanschlägen mutmaßlicher Al-Kaida-Terroristen in Istanbul hat ein Gericht sieben Angeklagte zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Darunter ist ein angeblicher Vertrauter des Terroristenführers Osama bin Laden, ein Syrer namens Luai al-Saka. Bei den verurteilten Türken handelt es sich nach Feststellung des Gerichts um Mitglieder einer türkischen Al-Kaida-Zelle.

Bei den Terroranschlägen gegen zwei Synagogen und britische Einrichtungen in Istanbul waren am 15. und 20. November 2003 58 Menschen getötet und rund 750 weitere verletzt worden.

Von den insgesamt 73 Angeklagten wurden mehrere zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Für einige von ihnen endete der Terrorprozess mit Freispruch. Der Syrer Saka, der im August 2005 gefasst worden war, soll von Bin Laden mit der Ausführung von Terroranschlägen in der Türkei betraut worden sein. Zum Abschluss des Prozesses am Freitag hatten türkische Polizei und Militär die Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärft - laut Medienberichten nach Geheimdiensthinweisen, wonach Saka auf der Fahrt vom Gefängnis zum Gericht in Istanbul befreit werden sollte.

Auf die Spur des Syrers, der angeblich auch einen Sprengstoffanschlag auf israelische Kreuzfahrtschiffe geplant hatte, war die türkische Polizei nach einem Brand in einem Haus in Antalya am Mittelmeer gekommen. Das Vorhaben war den Ermittlungen zufolge durch eine vorzeitige Explosion der beschafften Chemikalien aufgeflogen. Bei den Terroranschlägen in Istanbul hatten vier Selbstmordattentäter mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge vor zwei Synagogen, dem britischen Generalkonsulat und einer Niederlassung der britischen HSBC-Bank zur Explosion gebracht. Sie hatten dabei 58 Menschen mit sich in den Tod gerissen.

(apa)