Terror in Norwegen von

Breivik ist nicht irre

Experte: Planung und Ausführung der Taten wären zu komplex für einen Geisteskranken

Terror in Norwegen - Breivik ist nicht irre © Bild: Reuters

Nicht die Psychiatrie, das Gefängnis wird es wohl für Anders Behring Breivik werden. Denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass der norwegische Attentäter als unzurechnungsfähig eingestuft wird. Er habe seine Taten so sorgfältig geplant und ausgeführt, dass man ihn nur schwer als Geisteskranken betrachten könne, so der Leiter des forensisch-medizinischen Ausschusses, Tarjei Rygnestad.

Die Zurechnungsfähigkeit von Breivik ist entscheidend dafür, ob er zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wird oder zur Behandlung in eine Psychiatrie eingewiesen wird. Für Rygnestad ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass er geisteskrank ist. Ein Psychotiker könne nur einfache Dinge tun, selbst eine Autofahrt wie jene von Oslo nach Utöya sei dann zu kompliziert, sagte Rygnestad der Nachrichtenagentur AP

Der forensisch-medizinische Ausschuss prüft und billigt die Beurteilung Breiviks durch zwei Rechtspsychiater, danach entscheidet der Richter über die Schuldfähigkeit des Attentäters. Der Verteidiger des 32-Jährigen, Geir Lippestad, will auf Geisteskrankheit plädieren: „Er glaubt, er ist einem Krieg und in einem Krieg könne man derartige Dinge tun.“

Fast eine Tonne Sprengstoff
Die Bombe, die der mutmaßliche Doppelattentäter Anders Behring Breivik vor rund zehn Tagen im Osloer Regierungsviertel hochgehen ließ, dürfte rund 950 Kilogramm Explosionsmittel enthalten haben. Der Leiter der Sprengstoff-Abteilung der Norwegischen Volkshilfe, Per Nergaard, sagte in einem Interview, er habe seine ursprüngliche Schätzung auf das Doppelte revidiert.

Zunächst hatte Nergaard auf eine Bombe mit 450 bis 500 Kilogramm Sprengstoff getippt. Nach einer gründlichen Analyse des Explosionsortes und der Detonationsschäden dürfte somit die von Breivik selbst in seinem so genannten "Manifest" angegebenen Menge weitgehend stimmen. Es hatte sich bei den Ermittlungen herausgestellt, dass Breivik den Lieferwagen, in dem die Bombe verborgen war, über einem Tunnel abgestellt hatte. Durch den Tunnel wurde ein großer Teil der Sprengkraft der Bombe absorbiert.

Es sei "völlig einzigartig", dass bei der Explosion einer 1.000-Kilo-Bombe in einem Stadtzentrum lediglich acht Menschen getötet wurden, sagte der Sprengstoff-Experte gegenüber der Zeitung "Dagsavisen". Mit ein Grund für die wohl geringere als vom Täter erhoffte Opferbilanz war der Umstand, dass zum Zeitpunkt des Anschlags - Freitagnachmittag einige Minuten vor halb Vier - von insgesamt 1.600 Bediensteten in den zwei am nächsten gelegenen Gebäuden nur rund 190 in ihren Büros waren.

Große Trauerfeier am 21. August
Norwegen will unterdessen am 21. August mit einer großen nationalen Trauerfeier der 77 Toten bei den Terroranschlägen in Oslo und auf der Insel Utöya gedenken. Das kündigte Ministerpräsident Stoltenberg vor dem Parlament an. Zu der Feier sollen Überlebende, Angehörige der Opfer und andere direkt Berührte zusammen mit Helfern bei den Rettungseinsätzen, Personal aus Krankenhäusern und Polizisten eingeladen werden.

Kommentare

kirkfrank1 melden

Us Schuldenstreit Das ganze erinnert mich sehr an das große Trara und Mediengetöse der EU bei der Griechenlandhifle. Gelöst ist mit der Aktion überhaupt nichts. Die Pleite wird in die Zukunft verschoben. Die Regierung Obama darf weiterhin Schulden machen immerhin weitere 2 Billionen Dollar und macht dafür Einsparungen im Sozialbereich und bei der heiligen Kuh dem Militär. Bei der Raumfahrt muß er nicht sparen die hat er ja schon fast abgeschrieben. Und für den "Rest" nämlich das Volk ist dan wieder wohl kein Geld da. Die EW Wirtschaft ist über 30 Jahre alt eine Erneuerung ist nicht in Sicht. Das Gesundsheitsweitsen na ja. Es geben viele Baustellen im Land der ungebrenzten Möglichkeiten aber der Herr Präsident hat keine Zeit und kein Geld

strizzi49 melden

Re: Us Schuldenstreit Uns wo ist der Zusammenhang zum Artikel?

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