Terror-Führer womöglich tot! Philippinen-Militär untersucht Genmaterial von Leiche

Abu Sayyaf-Führer mit Verbindungen zu Al Kaida

Der Anführer der philippinischen Extremistengruppe Abu Sayyaf, Khaddafy Janjalani, ist möglicherweise tot. Auf der Insel Jolo sei am Vortag eine Leiche gefunden worden, die möglicherweise die des Rebellenführers sei, sagte ein Sprecher der philippinischen Marine.

Philippinische und US-Experten untersuchen derzeit nach Angaben der philippinischen Armee Genmaterial, das den Überresten entnommen wurde. Die DNA-Proben würden mit dem Genmaterial eines in Manila inhaftierten Bruders des Rebellenführers verglichen. Janjalani war bereits mehrfach für tot erklärt worden, ohne dass sich die Berichte bestätigten.

Der Leichnam war nach Angaben des Marinesprechers am Mittwoch aus einem Grab nahe der Stadt Patikul geborgen worden. Laut dem Chef der Marine auf Jolo, Brigadegeneral Juancho Sabban, hatten ihn vier Abu-Sayyaf-Extremisten zu dem Grab geführt. Es lag demnach wenige Kilometer entfernt von dem Ort, wo sich Soldaten und Rebellen Anfang September ein Gefecht geliefert hatten. Geheimdienstberichten zufolge war Janjalani in dem Kampf schwer verwundet worden. Janjalani sei das Bindeglied von Abu Sayyaf gewesen, betonte Sabban. Er erwarte, dass sich nach seinem Tod weitere Anhänger ergeben würden.

Die islamistische Abu Sayyaf unterhält nach Einschätzung der Regierungen in Washington und Manila Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida. Sie verübte mehrere Terroranschläge auf den Philippinen, darunter ein Attentat auf eine Passagierfähre, bei dem im Jahr 2004 mehr als hundert Menschen ums Leben kamen. (APA/red)