Tennis von

Hoffnung auf Federer

Auslosung im Marriott-Hotel - Kein Hammerlos für ÖTV-Quartett bei Erste Bank Open

Roger Federer © Bild: APA/Fohringer

Die Auslosung für den Hauptbewerb des mit 571.755 Euro dotierten Erste Bank Open im Wiener Marriott-Hotel brachte am Samstag für Österreichs vier engagierte Spieler zumindest kein Hammerlos. Andreas Haider-Maurer bekommt es zum Auftakt mit dem Deutschen Daniel Brands zu tun, Jungstar Dominic Thiem trifft auf Daniel Gimeno-Traver (ESP), Martin Fischer spielt gegen den 34-jährigen Radek Stepanek (CZE-5) und Gerald Melzer gegen Lukas Lacko (SVK).

Das aus Ice Age bekannte Faultier "Sid", das vom 8. bis 19. Jänner bei der Show "Ice Age live" in der Wiener Stadthalle zu sehen ist, nahm höchstpersönlich die Auslosung vor und bewies eine glückliche "Kralle". Am schwersten hat es wohl noch Österreichs Nummer zwei, Haider-Maurer, erwischt. So sieht es auch Turnierdirektor Herwig Straka. "Daniel Brands spielt in der Halle und insbesondere in Wien immer sehr gut. Die anderen drei Österreicher haben durchaus schlagbare Gegner, wobei man die Kirche im Dorf lassen muss: die Gegner sind alle unter den Top 70." Den als Nummer 5 gesetzten Stepanek sieht er gegen Fischer nicht als klaren Favoriten: "Er ist ein alter Hase, hat aber im Einzel immer unterschiedliche Leistungen gezeigt."

Die Freitagnachmittag erfolgte Absage von Österreichs Topstar Jürgen Melzer steckte Straka freilich noch ein bisschen in den Knochen. "Das war eine Hiobsbotschaft, aber es war mindestens so schlimm auch für ihn. Für das Turnier ist es natürlich nicht gut, wenn die Nummer 1 der Lokalmatadore ausfällt." Der Steirer hofft, dass Diagnose nicht noch schlimmer wird und Melzer "zumindest zu Beginn des nächsten Jahres wieder einsteigen kann".

Erstmals Wildcard für Melzer

Die Premiere von Jürgen und Gerald Melzer im Hauptbewerb eines ATP-Turniers muss also noch warten. Der 23-jährige Gerald hat ja erstmals in Wien eine Wildcard erhalten. "Zwei Melzer wären schön gewesen, das wäre nach Emilio und Javier Sanchez nach langer Zeit wieder einmal ein Brüderpaar im Hauptbewerb gewesen", sagte Straka.

Aus internationaler Sicht ist das Duell zwischen dem als Nummer 7 gesetzten Kanadier Vasek Pospisil und dem australischen Altstar Lleyton Hewitt sicher der Auftakt-Hit. Die Top 4, Jo-Wilfried Tsonga (FRA), Tommy Haas (GER), Fabio Fognini (ITA) und Philipp Kohlschreiber (GER), haben in der ersten Runde allesamt ein Freilos. Shanghai-Halbfinalist Tsonga und Haas werden erst am Donnerstag ihre ersten Matches bestreiten. Für Montag plant Straka den Einsatz eines ÖTV-Spielers aus dem Quartett.

Wie knapp es nun wirklich war, dass es zur Sensationsverpflichtung von Roger Federer kommt? "Roger war eine kleine Hoffnung, sie war bis Freitagnachmittag realistisch", verriet Straka. Ein Telefonat mit Federer-Manager Tony Godsick brachte dann aber die befürchtete Antwort. "Er hat gesagt, dass sich Roger ganz auf Basel und Paris konzentriert, wiewohl wir glauben, dass er die Punkte (von Wien, Anm.) gebraucht hätte. Ich hoffe, er braucht sie nicht und qualifiziert sich aus eigener Kraft für das Finale (der besten acht Spieler, Anm.)."

Weichen für Zukunft gestellt

Dennoch seien die Weichen für die Zukunft gestellt worden. Straka und Godsick woll sich in London intensiv zusammensetzen und darüber sprechen. "Roger hat ja auch öffentlich kundgetan, dass er in Wien noch einmal spielen möchte, bevor er seine Karriere beendet und das werden wir versuchen, zu ermöglichen."

In Wien mit von der Partie ist auch das Weltklasse-Doppel Alexander Peya/Bruno Soares. Der Wiener hat zuletzt an einer Bauchmuskelverletzung laboriert, und kann daher Melzers Verletzung gut nachvollziehen. "Das ist natürlich schlimm für ihn und fürs Turnier. Man kann sich vorstellen, wenn man bei seinem Heimturnier rausziehen muss, dass das anscheinend was Ernsteres ist. Es tut mir für ihn persönlich leid und ich kann ihm nur gute Besserung wünschen", sagte Peya.

Er selbst sieht sich noch nicht bei 100 Prozent Genesung. "Es ist noch immer ein langsames Herantasten, bei so einer Verletzung darf man nichts riskieren, wenn man wieder beginnt." Dennoch haben Peya/Soares den Anspruch auf den Titel. "Ich glaube, dass wird es verdient haben, dies bei fast jedem Turnier aussprechen zu können. Natürlich kann man immer verlieren, das Ziel muss aber der Titel sein."

Kommentare