"Tennis-Mami" als Queen von New York: Clijsters gewinnt US Open nach Babypause

Belgierin gewinnt Finale gegen Wozniacki souverän 26-Jährige triumphierte bereits 2005 bei US Open

"Tennis-Mami" als Queen von New York: Clijsters gewinnt US Open nach Babypause © Bild: Reuters/Lamarque

"Comeback-Mami" Kim Clijsters hat mit ihrem zweiten Titel bei den US Open ihr ganz persönliches Sommermärchen geschrieben. Nur fünf Wochen nach ihrer Rückkehr aus der zweijährigen Baby-Pause auf die Tennisbühne triumphierte die 26-jährige Belgierin in New York mit 7:5,6:3 gegen die 19-jährige Caroline Wozniacki und gewann als erste Mutter seit Evonne Goolagong Cawley 1980 in Wimbledon ein Grand-Slam-Turnier.

Für Clijsters war es nicht nur der zweite Major-Titel, sondern auch eine Art verspätete erfolgreiche Titelverteidigung. 2005 hatte sie in Flushing Meadows ebenfalls triumphiert, war dann aber in New York nicht mehr angetreten. 2006 fehlte sie verletzungsbedingt, anschließend wegen ihres Rücktritts. Sie ist nun im "Big Apple" seit 14 Partien ungeschlagen. Als Belohnung schien sie am Montag in der Weltrangliste auf Rang 19 auf und ist damit eine der besten Neueinsteigerinnen - erst nach drei gespielten Turnieren tauchen Spielernamen im Ranking auf.

Wildcard-Besitzerin Clijsters begann stark, stand aber einer Gegnerin gegenüber, die nicht gewillt war, der erfahreneren Kontrahentin das Zepter zu überlassen. Dennoch wurden im ersten Satz reichlich Geschenke verteilt - und so kam es zu insgesamt sieben Breaks. Wozniacki konnte sogar mit 4:2 in Führung gehen, hatte dann aber ihr Pulver verschossen. Den Ausschlag zum verdienten, wenn auch knappen Sieg gab schließlich die ungeheure Schnelligkeit der Belgierin, die nichts von ihrer Beweglichkeit eingebüßt hat.

Eomotionen pur
Als Clijsters den Matchball mit einem einfachen Smash versenkt hatte, brachen alle Dämme. Sie sank in die Knie, drehte sich zu ihrem Lager hin - mit einem Blick, der eine Mischung aus Freude und Unglauben beinhaltete. Wenig später und nachdem ihre Siegestränen getrocknet waren, kletterte sie in die Loge, küsste Ehemann Brian Lynch innig, umarmte ihre Angehörigen und herzte Goldschatz Jada. Die 18 Monate alte Tochter hatte die Partie ziemlich geduldig auf der Tribüne verfolgt, kam dann aber nach der Siegerehrung auf den Court und posierte mit der Mama und dem Siegerpokal.

"Ich hätte mir das in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können. Mir fehlen die Worte", sagte Clijsters. "Es ging so schnell, und es kommt mir alles so unwirklich vor." Der Dank ging auch an ihre Tochter. "Jada hat mich abgelenkt von dem ganzen verrückten Trubel hier." Statt Aufenthalten in der Players-Lounge waren Spaziergänge im Central Park angesagt, wo es Jada besonders der Zoo angetan hatte. "Ich freue mich sehr, die nächsten Wochen wieder mit ihr in unserem gewohnten Umfeld verbringen zu können", strahlte Clijsters nach ihrem Coup.

Lob gab es von der Belgierin aber auch für Sybille Bammer, die ebenfalls den Spagat zwischen Mutterschaft und Profitennis zu bewältigen hat. "Es gibt noch andere Athleten. Wir haben Sybille Bammer, und sie macht es richtig gut", sagte Cljisters. "Aber in dieser Situation einen Grand Slam zu gewinnen, das ist schon eine große Sache im Frauentennis und seiner Geschichte."

(apa/red)