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Thiem schlägt Nummer 3 der Welt

Sensation in Madrid - Österreichs neue Nummer eins bezwingt Stanislas Wawrinka

Thiem-Vorhand in Madrid © Bild: Clive Brunskill/Getty Images

Dominic Thiem hat am Dienstagabend im Masters-1000-Turnier in Madrid seinen bisher größten Erfolg gefeiert. Der 20-jährige Niederösterreicher rang sensationell den Weltranglisten-Dritten und in diesem Jahr bisher besten Spieler, Stanislas Wawrinka, nach 1:45 Stunden mit 1:6,6:2,6:4 nieder und steht damit im Achtelfinale.

Seit Jahren wird Dominic Thiem als größte österreichische Tennis-Aktie gehandelt. Mit seinem ersten Sieg über einen Spieler aus den Top Ten hat der 20-jährige Niederösterreicher endgültig den Durchbruch im internationalen Tennis geschafft.

Im dritten Duell mit einem Top-Ten-Mann schlug die Stunde für Thiem, der schon im vergangenen Herbst in Wien gegen Jo-Wilfried Tsonga (FRA/damals Nummer 8 der Welt) nur knapp mit 6:7 im dritten Satz und in diesem Jahr in Rotterdam gegen Andy Murray (GBR/Nr 6) ebenfalls erst im dritten Durchgang verloren hatte. Gegen Wawrinka, die Nummer 3 im ATP-Ranking und in der Jahreswertung 2014 sogar als dreifacher Turniersieger und Australian-Open-Champion die Nummer eins, platzte der Knoten.

Dominic Thiem mit Stanislas Wawrinka
© Clive Brunskill/Getty Images Wawrinka musste Thiem zum Sieg gratulieren

Schlechten Beginn weggesteckt

Dabei hatte das Match gar nicht gut für Thiem begonnen, der überhaupt nicht ins Zweitrunden-Match bei dem Masters-1000-Turnier fand. "Am Beginn war mir einfach sein Tempo zu hoch. Er hat unfassbar gespielt am Anfang", berichtete Thiem. "Dann habe ich super begonnen im zweiten Satz und habe mich immer mehr an sein Tempo gewöhnt. Das war eines der besten Matches, das ich je gespielt habe", betonte Thiem, der seinen Status als neue österreichische Nummer eins im kommenden Ranking eindrucksvoll untermauerte.

Mit den nun bereits 90 Punkten wird sich der noch 70. im Ranking weiter nach oben schieben, die Top 50 scheinen nur noch eine Frage von Wochen, vielleicht sogar schon mit weiteren tollen Auftritten in Madrid möglich. Am Donnerstag ist er jedenfalls kein krasser Außenseiter. "Das war heute auf jeden Fall eine Überraschung. Wenn man das erratet, ist man nicht ganz dicht", war Thiem von seinem Auftritt vor allem im zweiten und dritten Satz selbst überrascht. Vor allem seine großartige Rückhand bezeichnete selbst der sonst so strenge Coach Günter Bresnik, der das Match im Fernsehen verfolgte, als "Weltklasse".

Kein Federer, kein Djokovic

Thiem hat sich jedenfalls nach schwachem ersten Satz vor allem mit dem Aufschlag extrem gesteigert, das war für ihn der Schlüssel zum Sieg. "Das ist das wichtigste gegen solche Topleute." Thiem hat mit dem Drittrunden-Einzug nun auf jeden Fall ein Preisgeld von 45.530 Euro sicher, doch es scheint noch viel mehr möglich. Nach der Absage vom neuerlich zum Vater von Zwillingen gewordenen Roger Federer sowie von Novak Djokovic und dem Aus von Wawrinka ist von den großen Vier nur noch Rafael Nadal im Bewerb. Sollte sich Qualifkant Thiem im nächsten Match auch noch durchsetzen, "droht" ihm im Viertelfinale von der Setzung her entweder Kei Nishikori (JPN-10) oder Milos Raonic (CAN-8).

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