Tennis von

Kitzbühel hofft im Jubiläumsjahr
auf den Thiem-Effekt

Österreichs Jungstar kolportiertes Zugpferd beim ATP-Turnier in der Gamsstadt

Dominic Thiem spielt in Kitzbühel. © Bild: APA/EPA/Yoan Valat

Das Kitzbüheler Tennis-Turnier (offiziell: bet-at-home-Cup) startet heute mit der Qualifikation in seine 70. internationale Auflage. Zwar fehlen weiterhin die ganz großen Namen, trotzdem ist Turnierdirektor Alexander Antonitsch überzeugt, den Fans ein starkes Starterfeld zu bieten. Nummer eins ist der Deutsche Philipp Kohlschreiber (ATP-25), heimische Zugnummer der 20-jährige Dominic Thiem.

Fix im Hauptbewerb sind bei der Jubiläums-Ausgabe des Sandplatz-Klassikers in der auf 762 Meter Seehöhe liegenden Gams-Stadt mit Thiem, Nummer 47 im aktuellen ATP-Ranking, Jürgen Melzer (63.) und Gerald Melzer (148.), der frühzeitig eine Wild-Card bekommen hatte, drei Österreicher. Die Melzer-Brüder werden wie im Vorjahr gemeinsam im Doppel antreten. Mit Alexander Erler und Matthias Haim versuchen sich u.a. zwei junge Tiroler in der Qualifikation. Die Auslosung war für den (heutigen) Freitagabend unter Beisein von Thiem angesetzt.

"Uns ist es wichtig, die besten Österreicher und Deutsche am Start zu haben", betonte Antonitsch im Gespräch mit der APA. "Ich glaube, das wird auch von den Fans honoriert." Im Vorfeld gab es auch Aufregung um die dritte Wild-Card, auf die u.a. der Österreicher Andreas Haider-Maurer, ein Stammgast bin Kitzbühel, gehofft hatte. Doch die Turnierleitung entschied, diesen Startplatz dem deutschen Shooting-Star Alexander Zverev zu geben.

"Aufsteiger der Saison" am Start

"Es war eine harte Entscheidung", bekannte Antonitsch, "aber Zverev ist der Aufsteiger der Saison." Der 17-Jährige erreichte erst vergangene Woche beim Turnier in Hamburg sensationell das Semifinale und verbesserte sich in der Weltrangliste gleich um 124 Plätze auf Rang 161. "Diese Entscheidung wird auch von der ATP gewürdigt", weiß Antonitsch, der stolz ist, heuer in Kitzbühel den britischen ATP-Chef Chris Kermode begrüßen zu können. "Das ist eine Auszeichnung für uns."

Alexander Antonitsch.
© GEPA pictures/ Christian Ort Freut sich auf das Turnier: Alexander Antonitsch.

Weiters am Start ist auch Andreas Seppi. "Wir hoffen damit natürlich, auch viele Südtiroler Fans anzusprechen", erklärte Ex-Profi Antonitsch. Seppi wird auch mit dem Sieger eines achtköpfigen Shoot-Outs ("Spiel deines Lebens"), für das sich tausende Amateurspieler beworben hatten, im Doppel-Bewerb antreten. Ski-Star Romed Baumann nimmt Sonntag an der Seite von Barbara Schett am Pro-Am-Turnier teil.

Vorjahressieger Granollers wieder mit dabei

Der spanische Vorjahressieger Marcel Granollers schlägt ebenso wieder in Kitzbühel auf wie der Niederländer Robin Haase, der das Turnier 2011 und 2012 gewonnen hatte. "Der Cut liegt bei ATP-67. Das heißt, wir haben heuer die beste Besetzung, seit wir das Turnier wieder aufleben ließen", betonte Antonitsch.

2010 gab es in Kitzbühel nur ein Turnier auf Challenger-Ebene, aber seit 2011 ist der Traditionsbewerb als "bet-at-home"-Cup wieder zurück auf der großen ATP-Tour. Rund zwei Millionen Euro lässt sich der Kitzbüheler Tennisclub (KTC) um Präsident Herbert Günther das Turnier heuer kosten, 426.605 Euro davon werden als Preisgeld ausgeschüttet. Die beiden Finali (Einzel, Doppel) werden bereits am Samstag ausgetragen.

Kommentare