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Murray vs. Ferrer im Wien-Finale

Schotte setzt sich gegen Viktor Troicki durch, Spanier besiegt Philipp Kohlschreiber

Andy Murray Vorhand in Wien © Bild: GEPA pictures/ Mario Kneisl

Sie sind erst knapp vor Turnierbeginn dank Wildcards verpflichtet worden, doch die beiden Topstars haben gehalten, was die Organisatoren sich erhofft hatten: Olympiasieger Andy Murray (6:4, 6:3 vs. Viktor Troicki)und der topgesetzte David Ferrer (6:3,2:6,7:6 vs. Philipp Kohlschreiber) überstanden am Samstag in der Wiener Stadthalle auch die jeweils dritten Hürden und bestreiten so das Traum-Finale zum 40-Jahr-Jubiläum der Erste Bank Open.

Für beide geht es am Sonntag (14.00) auch um wichtige zusätzliche 100 Punkte im Kampf um einen Startplatz beim ATP-World-Tour Finale in London. Aktuell hat Murray knapp die Nase vor Ferrer, gewinnt der Spanier, ist er wieder im Feld für das Saison-Finale. Die Entscheidung fällt allerdings erst in den nächsten zwei Wochen.

Murray stark, Ferrer mit Mühe

Murray hatte im ersten Spiel des Tages vor rund 7.500 Zuschauern zunächst den serbischen Qualifikanten Viktor Troicki recht sicher mit 6:4,6:3 besiegt und dabei sein bisher bestes Tennis gezeigt. ich habe mich an die Bedingungen besser gewöhnt. Bisher hatte ich viele sehr gute Aufschläger und ich habe in den Matches nicht so viel Rhythmus bekommen", konstatierte der Olympiasieger und zweifache Major-Gewinner nach seinem Finaleinzug.

Ferrer hatte gegen den als Nummer vier gesetzten Deutschen Philipp Kohlschreiber weit mehr zu kämpfen: Erst im Tiebreak des dritten Satzes fiel die Entscheidung zugunsten des Weltranglisten-Fünften, der erst nach 2:27 Stunden mit 6:3,2:6,7:6(3) als zweiter Finalist feststand.

Harte Matches gegen David Ferrer

"Ich habe sehr oft gegen David gespielt. Er ist ein sehr schwieriger Gegner und er ist seit langer Zeit an der Spitze des Sports. Er kämpft und schenkt dir keinen Punkt", weiß Murray, der am Sonntag auf seinen insgesamt 30. Titel, den zweiten in diesem Jahr nach Shenzhen (China), hofft. "Es wäre nett, hier den 30. Titel zu holen. Ich weiß, wie hart es ist, Turniere zu gewinnen."

David Ferrer jubelt in Wien
© GEPA pictures/ Mario Kneisl David Ferrer jubelte nach hartem Kampf

Die Erleichterung, hier ebenfalls im Endspiel zu stehen, war Ferrer auch eine Stunde nach dem Matchball noch anzusehen. "Die Entscheidung ist vielleicht wirklich erst im Tiebreak gefallen. Er hat mehr Fehler in den wichtigen Momenten gemacht, aber es war sehr eng", atmete Ferrer durch. Der Sieg war ihm freilich aus mehreren Gründen wichtig. "Ich bin glücklich. Es ist mein erstes Finale hier in Wien und ich kämpfe noch im Race um London. Natürlich möchte ich auch den Titel gewinnen." Für Ferrer wäre es der 22. Siegerscheck, der zweite 2014 nach Buenos Aires.

14. Aufeinandertreffen der Stars

Ferrer kennt Murray sehr gut. "Das wird ein sehr schwieriges Match, er ist ein ausgezeichneter Spieler. Ich muss wirklich sehr gut spielen und besser servieren, wenn ich gewinnen will. Wenn ich morgen verliere, dann liegt Andy vor mir", weiß Ferrer.

Im Kampf um 250 ATP-Punkte und den Siegerscheck in Höhe von 94.500 Euro treffen Ferrer und Murray am Sonntag (14.00 Uhr/live ORF eins) zum insgesamt 14. Mal aufeinander. Murray führt im Head-to-head knapp mit 7:6. Das bisher letzte Aufeinandertreffen hat Ferrer vor kurzem in Shanghai mit 2:6,6:1,6:2 gewonnen. "Das war im Freien, hier spielen wir in der Halle. Das hat gar nichts zu bedeuten", erklärte Ferrer.

Österreichischer Doppel-Sieger

Zumindest im Doppel-Bewerb wird es in der Wiener Stadthalle einen österreichischen Sieger geben. Jürgen Melzer und Philipp Petzschner erreichten am Samstagabend erstmals seit Brisbane 2012 wieder ein ATP-Doppel-Finale und treffen nun auf Andre Begemann und Julian Knowle. Sowohl für Melzer als auch für Knowle geht es um den ersten Wien-Doppel-Titel überhaupt.

Melzer und Petzschner in Wien
© GEPA pictures/ Mario Kneisl Philipp Petzschner und Jürgen Melzer stehen im Finale

Melzer/Petzschner rangen am Samstag Santiago Gonzalez/Lukas Rosol (MEX/CZE-4) mit 6:2,7:5 nieder. Für Melzer ist es das dritte Wien-Finale (beide Male mit Knowle) nach 2006 und 2009, Knowle steht gar schon zum fünften Mal im Wien-Endspiel. Einer der beiden kann dieses Kapitel am Sonntag abhaken.

"Ja, das ist natürlich zu Hause extrem cool, im Finale zu stehen. Vor allem mit Philipp an meiner Seite bedeutet das noch einmal viel mehr", freute sich Melzer, der im Einzel im Achtelfinale ausgeschieden war. "Wenn wir so spielen wie in den ersten drei Runden, dann haben wir sehr gute Chancen. Julian und Andre sind ein starkes Team, auch Julian fehlt noch der Titel. Ich hoffe natürlich, dass wir gewinnen."

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